Schaulaufen der Kaltblüter in Dörentrup
Bild: Mense
Der Oelder Bernhard Knoche vor der Kulisse des Schlosses Wendlinghausen.
Bild: Mense

Überschattet wurde die Veranstaltung von einem Unfall: Ein 63-jähriger Gespannfahrer aus Bad Pyrmont wurde mit schweren Verletzungen in ein Bielefelder Krankenhaus geflogen. Nachdem seine Pferde erschraken und durchgegangen waren, war der Mann vom Gespannwagen gefallen und hatte das Bewusstsein verloren. Wie die Polizei weiter mitgeteilt, gelang es, die Tiere wieder einzufangen. Die Besucherschar war genauso international wie die auf den Schauringen und in den Wettbewerben konkurrierenden Pferde. Allein die Teilnehmer der europäischen Holzrückemeisterschaft für Ein- und Zweispänner kamen aus zehn Nationen. Mit den früher nur für die landwirtschaftliche Arbeit genutzten Kaltblütern ist heute vieles möglich: Im Schauring präsentierten sie sich auch als geeignetes Reitpferd in Quadrillen wie dem Fuchs-Quartett des belgischen Stalls Talpe oder auch der Lippisch-Münsterländer Quadrille „Kaltblütige Piraten“, die federführend vom Oelder Kaltblutteam Knoche und dem Detmolder Stall von Heinrich Meyer zu Hücker entwickelt worden war. Bernhard Knoche stellte in Dörentrup sein Quadrom vor, bei dem vier Kaltblüter voreinander eingespannt sind. Einen Vierspänner mit großen Shire-Horses gab es genauso zu bewundern wie einen belgischen Sechsspänner mit Braun- und Rappschimmeln. Zweispänner maßen sich im Hindernisfahren durch den Kegelparcours wie auf dem Turnier. Einen etwas anderen Parcours hatten die Teilnehmer des Holzrückewettbewerbs zu absolvieren. Da ging es mit dem mächtigen Baumstamm hinter den Pferden über nachempfundene Brücken und Gräben und durchs Dickicht. Auf Interesse stießen die Demonstrationen zur Arbeit mit dem Pferd. Es wurde Gras geschnitten und Heu gewendet, zum Abschluss am Sonntagabend wurde Heu mit Pferden gepresst. Einige neue Geräte zum Schneiden von Gras und Getreide und Wenden waren in der Woche aus den USA eingetroffen. Dort wird im Gegensatz zu Europa noch ständig an neuer Technik für den Pferdezug gearbeitet. Außerdem wurden mit den Pferden Kartoffeln gerodet. Die Biokartoffeln konnten die Gäste mitnehmen.

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