Schlaraffenland für Dortmunder Füchse
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Sie finden reichlich Nahrung und vermehren sich: Die Füchse im Dortmunder Westfalenpark.
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Die Folge: Immer mehr Füchse bevölkern das beliebte Ausflugsziel. Der Tierschutzverein Dortmund beklagt, dass bereits viele Vögel an der Glasfassade ihr Ende gefunden haben. Medien berichteten zuletzt von mehr als 1000 Vögeln innerhalb von zwei Jahren. „Man kann spezielle Streifen vor die Fenster kleben, damit sich die Bäume nicht mehr so stark in den Scheiben spiegeln“, appelliert die Vorsitzende des Tierschutzvereins Erika Scheffer an Stromnetz-Betreiber Amprion, den Mieter des Gebäudes. Denn so könne auf lange Sicht auch das Fuchs-Problem gelöst werden.

Die Stadt Dortmund kennt die schwierige Situation, glaubt aber nicht an einen Zusammenhang zwischen toten Vögeln und steigenden Fuchszahlen. „Wir beobachten fast jedes Jahr ein erhöhtes Aufkommen von Füchsen“, erklärte Stadtsprecher Michael Meinders. „Gleiches gilt aber auch für Kaninchen, Wildenten und Wildgänse.“ Wenn ein Fuchs einen toten Vogel findet, fresse er ihn natürlich. Aber die Überpopulation sei keine Folge der verendeten Vögel, meint Meinders.

Die Stadt greift deshalb zu einem anderen Mittel, um die Fuchs-Bestände wieder in den Griff zu bekommen - auch weil der Fuchs auf seiner Futtersuche nicht bei den toten Vögeln Halt macht. „Wir haben damit begonnen, die Füchse zu jagen, auch um die Bestände der anderen Tiere zu schützen“, argumentiert die Stadt. Erika Scheffer kündigte bereits Protest an, wenn weiter auf die Tiere geschossen wird: „Zur Not schicken wir unsere Jugendabteilung mit Trillerpfeifen in den Park, um die Jagd zu verhindern.“ Sie setzt ihre Hoffnungen in einen Runden Tisch, an dem nach ihren Wünschen neben der Stadt und den Tierschützern auch Amprion teilnehmen soll.

 Amprion selbst hat nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit dem Dortmunder Naturschutzbund aufgenommen, um über einen besseren Schutz der Vögel zu diskutieren. Wann es zu ersten Ergebnissen kommt, ist allerdings noch unklar.

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