Schlecker: Jeder dritte Standort ungenutzt
In der ehemaligen Oelder Schlecker-Filiale werden jetzt Brötchen gebacken.

Bei der Vermietung der Flächen ergibt sich kein einheitliches Bild: Die Palette reicht von der Nutzung der Schaufensterflächen (in Ahlen) über Schnäppchenmärkte (Sassenberg, Everswinkel) bis zu einer Bäckerei (Oelde), einem Blumengeschäft (Neubeckum) oder einer Fahrschule (Verl). In Langenberg wurde das ehemalige Schlecker-Geschäft zur Filiale eines Modegeschäfts und in Langenberg-Benteler entstand ein Wohnhaus.

Aus Schlecker soll Daily werden

Der österreichische Investor Rudolf Haberleitner will einstige Schlecker-Filialen unter dem Namen Dayli wiederbeleben und im Mai drei Testläden in Bayern eröffnen. Das kündigte der 68-Jährige am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Wien an. Eigentlich sollten schon Anfang des Jahres die ersten Geschäfte eröffnet werden, der Start verzögerte sich aber. Nähere Angaben zu den Standorten wollte der Investor noch nicht machen. In Österreich gibt es bereits zwei Testfilialen.

Die Gewerkschaft Verdi sieht das Vorhaben noch zurückhaltend: „Ich glaube es nicht, bevor ich es nicht gesehen habe“, sagte Verdi-Handelsexperte Bernhard Franke in Stuttgart. Haberleitner verkünde schon lange seine Expansionspläne nach Deutschland, bisher sei aber nichts passiert. „So was wäre schön gewesen, wenn es zeitnah nach der Schlecker-Pleite erfolgt wäre“, sagte Franke mit Blick auf die tausenden Mitarbeiter, die ihre Arbeitsplätze einbüßen mussten.

400 Filialen in Süddeutschland

Den Plänen aus Österreich zufolge sollen in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz noch in diesem Jahr insgesamt 400 Filialen wiedereröffnet werden. 300 Mietverträge seien bereits unterzeichnet, so Haberleitner. Mit weiteren Hauseigentümern gebe es Verhandlungen zur Anmietung.

Nach den Testläufen im Süden Deutschlands soll eine Expansion nach Berlin und Brandenburg erfolgen. In einer dritten Etappe sollen Läden in Sachsen-Anhalt und Thüringen wieder aufgesperrt werden. Einen genauen Zeitplan gebe es dafür aber nicht, sagte Haberleitner. Zuvor wolle der Investor den Markt dafür abstecken.

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