Schleusen in Münster ab 2013 im Doppelpack
Bild: Helmers

Die erste Kammer der Zwillingsschleuse (r.) in Münster ist seit 2009 in Betrieb. Die zweite Kammer ist noch eine Baugrube und soll 2013 fertig sein (l.).

Bild: Helmers

Und zwar genau die Hälfte pro Schleusung: Damit eine „alleinstehende“ Schleuse ein Schiff die 6,20 Meter Höhenunterschied bis zur nächsten Kanalstufe anheben kann, müssen 16 000 Kubikmeter Wasser in die Kammer fließen. Die beiden gerade entstehenden Zwillingsschleusen tauschen dagegen in Zukunft durch ihre unterirdischen Kanalverbindungen Wasser untereinander aus: „Die volle Kammer gibt einen Teil ihres Wassers an die niedriger gefüllte Kammer ab. Auf diese Weise werden nur noch 8000 Kubikmeter Wasser zusätzlich pro Schleusung benötigt“, erklärt Wolfgang Hardt vom Wasserstraßen Neubauamt Datteln. Gemeinsam mit seinen Kollegen Albert Jander und Benno Schulz überwacht er das Großprojekt in Münster.

Pumpwerk durch Wasserersparnis seltener im Einsatz

Das Schleusen an sich läuft ohne Pumpen: „Das Oberwasser der höheren Kanalstufe fließt von selbst in die Schleuse“, erklärt Wolfgang Hardt. „Von Zeit zu Zeit muss ein Pumpwerk neben der Anlage den stetigen Wasserverlust wieder ausgleichen.“ Durch den niedrigeren Wasserverbrauch der Zwillingsschleusen soll das Pumpwerk künftig deutlich seltener zum Einsatz kommen müssen. Damit der Schiffsverkehr auf dem Kanal nicht übermäßig ins Stocken kommt, werden die beiden Teile der Zwillingsschleuse nacheinander gebaut: Die erste Schleusenkammer entstand zwischen 2004 bis 2009 und ist bereits in Betrieb. Seit 2009 ist ihr Zwilling an der Reihe: Im Moment arbeiten 70 Bauarbeiter an der Stahl- und Betonkammer.

Der gesamte Kanalabschnitt wird modernisiert

Aber es ist nicht nur die Schleuse, die die Planer für die Modernisierung der Anlage in Angriff nehmen mussten. Bereits im Vorfeld war der gesamte, zwei Kilometer lange Kanalabschnitt, in dem sich die Schleusen befinden, vertieft worden, dazu entstanden zwei Brücken und das Pumpwerk neu.

Zu alt, zu klein und nicht leistungsfähig genug: Die Schleusengruppe am Dortmund-Ems-Kanal in Münster musste erneuert werden. Teile der Anlage stammten noch aus der Kaiserzeit und waren bereits 1899 in Betrieb, als der Kanal für den Schiffsverkehr freigegeben wurde.  Die Kosten in Höhe von rund 125 Millionen Euroin Münster trägt das Bundesverkehrsministerium.

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