Schlossplatz setzt sich in Münster durch
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Seit Monaten streitet Münster um einen Namen für den großen Platz vor dem Schloss. Heute entscheiden die Münsteraner per Bürgerentscheid zwischen „Schlossplatz“ und „Hindenburgplatz“.

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Für den Namen Schlossplatz stimmten nach Angaben der Stadt 56.717 Bürger, 38.801 wollten die frühere Bezeichnung Hindenburgplatz zurück. An der Abstimmung beteiligten sich 40,3 Prozent der Wahlberechtigten. Etwa 40.000 Münsteraner hatten nach Angaben des Wahlamtes ihre Stimme bereits per Briefwahl abgegeben.

Bei dem Bürgerentscheid ging es darum, ob der Platz vor dem Schloss seinen alten Namen Hindenburgplatz zurückerhält. Der Stadtrat hatte im März mit klarer Mehrheit beschlossen, dass der Platz nicht mehr den Namen des umstrittenen Reichspräsidenten der Weimarer Republik tragen soll. Hindenburg stand als Monarchist der Weimarer Demokratie distanziert gegenüber und hatte im Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt.

Gegen die Umbenennung bildete sich eine Initiative, die den Bürgerentscheid durchsetzte. Sie wollte die Rückbenennung in Hindenburgplatz erreichen. Eine Gegen-Initiative setzte sich für den Namen Schlossplatz ein.

Oberbürgermeister Lewe zeigte sich am Sonntagabend erleichtert über den Ausgang der Abstimmung. „In Münster ist für Hindenburg kein Platz.“ Das Ergebnis sei ein Signal: „Münster ist eine weltoffene Stadt. Diese Klarstellung war wichtig.“ Münster habe, „so intensiv wie keine andere Stadt in Deutschland dieses Thema bearbeitet“, sagte Lewe.

Nach Hindenburg benannte Straßen gibt es in einer Reihe von Städten, in Nordrhein-Westfalen beispielsweise in Essen und Mönchengladbach. In Solingen war der Hindenburgplatz 2010 in Marktplatz umbenannt worden.

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