Schmallenberg-Virus bald weniger gefährlich
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Schafherden, die vom Schmallenberg-Virus befallen sind, werden nach Ansicht eines Münsteraner Experten bald immun dagegen sein. 
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"Infizierte Muttertiere, die eine Immunität entwickelt haben, bringen wieder gesunde Lämmer zur Welt", sagte der Tierseuchen-Experte Rolf Allmann, Fachbereichsleiter für Tiergesundheit beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Münster. Damit werde auch die Zahl der Totgeburten langfristig wieder sinken.

Trächtige Tiere hätten zwar im Herbst das Virus an ungeborene Lämmer weitergegeben, danach aber Antikörper gebildet. "Die Zahl der Infektionen wird wahrscheinlich bald deutlich zurückgehen." Allmann erläuterte: "Irgendwann ist die ganze Herde immunisiert und geschützt." Wie lange das Virus dann nicht mehr angreifen könne, komme darauf an, wie lange die Immunität im einzelnen Tier anhalte. "Das Akabane-Virus tritt schubweise auf."

Der aktuelle Schub der Schmallenberg-Erreger betreffe die Osterlämmer des laufenden Jahres, erläuterte Allmann. "Wir bekamen die ersten toten Tiere in der ersten Januarwoche. Im April wird das letzte Lamm geboren sein." Bei dem nächsten Lämmerjahrgang sehe es dagegen voraussichtlich besser aus.

Das Schmallenberg-Virus wird nach jetzigem Kenntnisstand von Mücken auf Schafe übertragen, nicht aber direkt von Schaf zu Schaf. Es stecken sich jedoch die Lämmer in den Tagen im Mutterleib an, in denen die Mutter noch keine Antikörper gebildet hat, wie Allmann schilderte. Das Schmallenberg-Virus befällt auch Kühe und Ziegen. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich. Das CVUA in Münster ist eine von vier Anstalten in Nordrhein-Westfalen, deren Labore die Erreger von Tierseuchen und Tierkrankheiten nachweisen.

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