Schmallenberg-Virus bei Rind nachgewiesen
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Das Schmallenberg-Virus hat in diesem Jahr nachweislich auch ein Rind in NRW befallen.
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Landesweit sind derzeit 127 Höfe mit Fällen bestätigt, neben dem Milchviehhof sind es 122 Schaf- und 4 Ziegenhaltungen. Dazu kommen 93 Verdachtsfälle. Erkrankte Muttertiere bringen missgebildete oder tote Junge zur Welt.

Schafzüchterverband fordert Entschädigung

Landwirte und der Schafzüchterverband NRW forderten die Bundesregierung auf, das Virus im Tierseuchengesetz anzuerkennen. Erst dann könnten die Tierseuchenkassen Pflichtentschädigungen zahlen. Die Schafzüchter befürchten, das bis zu 14.000 der insgesamt 200.000 Lämmer in diesem Jahr tot oder verkrüppelt geboren werden. Ein sechs bis neun Monate altes Lamm werde mit 100 bis 120 Euro gehandelt, sagte Verbandsgeschäftsführer Ernst Brüggemann. Der Verband regte eine Entschädigung von 280.000 Euro für die Schafzüchter an.

Seuche vermutlich zuerst bei einem Rind aufgetreten

In Nordrhein-Westfalen liegen die meisten befallenen Höfe nach derzeitigen Erkenntnissen im Raum Ostwestfalen-Lippe. Die Häufigkeit der Fälle entspreche der Zahl der Tiere in den Regionen. Nach Angaben des Landesumweltamtes gab es 2010 etwa 137 000 Schafe in NRW. Davon wurden 33 500 im Regierungsbezirk Detmold und 31 700 im Regierungsbezirk Arnsberg gehalten. Das Virus wurde vermutlich im vergangenen Herbst durch Stechmücken übertragen. Menschen sind nicht gefährdet, versichern die Behörden. Nach Angaben Schützes war der vermutlich erste Fall der Viruserkrankung in NRW im September 2011 bei einem Rind im Kreis Kleve aufgetaucht. Im November wurde dann das Virus aus einem Rind im sauerländischen Schmallenberg isoliert. Davon leitet sich auch der aktuelle Name ab.

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