Schneekanonen an den Sauerland-Skipisten
Der Natur nachgeholfen wird in vielen Skigebieten, wenn nicht genug Schnee fällt. Alleine im Sauerland sind, wie hier in Winterberg-Neuastenberg, etwa 450 Kunstschnee-Erzeuger im Einsatz.

Mit „90 Tagen Wintersport und -spaß“ wirbt die Wintersport-Arena Sauerland in ihrem Internet-Auftritt. Die Arena, die sich bis in die Region Siegen-Wittgenstein erstreckt, biete „das größte Schneevergnügen nördlich der Alpen“.

Zumal der „naturgegebenen Schneesicherheit von Mitte Dezember bis Mitte März“, wenn erforderlich, nachgeholfen wird: 450 Schnee-Erzeuger können demnach 83 Skipisten mit einer Gesamtlänge von 60 Kilometern – und damit 90 Prozent der Pisten im Kernbereich der Region –, sechs Rodelhänge und zehn Kilometer Langlauf-Loipen beschneien.

Herkömmliche Schneekanonen können erst dann angeworfen werden, wenn Minusgrade herrschen. An der Ruhrquelle bei Winterberg kommt seit Saisonbeginn eine neue Beschneiungstechnik zum Einsatz, die bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt laufen kann. Die 500 000 Euro teure „Snowfactory“ produziert der Wintersport-Arena zufolge bis zu 250 Kubikmeter Schnee pro Tag. Sie suche in Europa derzeit ihresgleichen.

Umweltschützern wie dem Vorsitzenden des BUND-Kreisverbandes Hochsauerlandkreis, Gerd Kistner, ist sie allerdings ein besonderer Dorn im Auge: „Durch die monatelange Beschneiung bleibt die Vegetation auf der Strecke“, kritisiert er. Zudem bedeute das Verfahren „Energievernichtung pur“.

Arena-Vorsitzender Michael Beckmann, zugleich Kurdirektor von Winterberg, rühmt hingegen die Investition, von der nicht nur Liftbetreiber, sondern auch Hoteliers, Dienstleister und Handwerker profitierten.

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