Schützenkönig: Tod durch überladene Kanone
Archivbild: dpa
Ein Jahr nach dem tragischen Tod des Schützenkönigs durch eine Explosion ist noch nicht geklärt, wer für die überladenen Kanonen verantwortlich ist. 
Archivbild: dpa

Ein Jahr nach dem Tod eines Schützenkönigs im sauerländischen Marsberg durch eine explodierende Böllerkanone ist die Ursache geklärt. Laut Gutachten wurde die Kanone ebenso wie ein weiteres Gerät mit zu viel Sand beladen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Arnsberg am Mittwoch. „Es war mindestens die fünffache Menge der höchstzulässigen Vorlage.“ Dadurch seien beim sogenannten Anböllern des Schützenfestes zwei Kanonen explodiert.

Metallteile hatte den Schützenkönig am Bauch getroffen

Weggeschleuderte Metallteile hatten den hinter den Kanonen stehenden 30 Jahre alten Schützenkönig in den Bauch getroffen, der Mann kam ums Leben. Nicht geklärt ist nach wie vor, wer für die Überladung verantwortlich ist. Die drei für das Anböllern des Schützenfestes im vergangenen Jahr verantwortlichen Schützen hätten sich zu dem Unglück nicht geäußert, Zeugen des Beladens der Kanonen gebe es nicht. Alle drei Schützen hätten die nötigen Böllerscheine. Möglicherweise sollte durch die Überladung ein lauterer Knall erzeugt werden.

Materialfehler werden ausgeschlossen

„Wir gehen von grober Fahrlässigkeit aus“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Drei Gutachter hatten die zerstörten Kanonen untersucht. Ein Materialfehler oder Ermüdung konnten demnach ausgeschlossen werden. Die Experten seien sich sicher, dass zu viel Sand als Vorlage vor das Schwarzpulver geladen wurde. Absicht schließen die Ermittler aus. Man könne aber zugunsten der drei Böllerschützen nicht ausschließen, dass jemand nach dem Laden der Kanonen „noch eine Schüppe Sand draufgelegt“ habe. Sollten sich keine weiteren Hinweise ergeben, werde man die Ermittlungen voraussichtlich einstellen müssen.

SOCIAL BOOKMARKS