Skateboard-Pionier Titus wird Kinoheld
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Der Münsteraner Skateboard-Pionier Titus Dittmann ist 63 Jahre alt, vom Ruhestand aber so weit entfernt wie Münster von Kalifornien. Gerade ist eine Film-Biografie über ihn in die Kinos gekommen.
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„Mein Vater hat schon 1952 begonnen, mich zu filmen“, sagt Dittmann – da war er vier Jahre alt. Anno 2012 ist Titus Dittmann immer noch ein Pionier. Ein Mann mit unfassbar vielen Ideen, Projekten und Zielen. Ein Mann mit dem Herz am rechten Fleck.  Erst vor wenigen Wochen war er mit einem Kollegen in Afrika. Mit seiner Stiftung „Skate-aid“ baute er mitten im Slum in Tansania einen Skate-Park; mit allem Drum und Dran. „Ich habe mich selten so Zuhause gefühlt“, sagt er über die Zeit, die er in Afrika weilte.
Referendariat zum Lehrer, Skateboard- und Snowboardfahren, Firmengründung, Fallschirmspringen, 24-Stunden-Autorennen, unzählige Fernsehauftritte, Ausrichter der Skateboard-Weltmeisterschaft, seine Stiftung – dem Tatendrang des Titus Dittmann sind keine Grenzen gesetzt.

Voller Tatendrang

63 Jahre zusammengefasst in knapp anderthalb Stunden. „Brett vorm Kopp“, die Dokumentation über Titus Dittmann schafft etwas, was fast unmöglich erscheint: einen Überblick zu geben über das Leben des Skateboard-Pioniers.
Auf die Frage, was ihm durch den Kopf ging, als er die Dokumentation zum ersten Mal gesehen hat, antwortet Dittmann auf seine ganz eigene Art: „Kann man so viel Wahnsinn auf die Öffentlichkeit loslassen?“
Man kann, sehr gut sogar. Das hat Dittmann selbst festgestellt, als er den Film seiner härtesten Kritikerin zeigte, seiner Ehefrau Brigitta. „Irgendwann fragte sie mich: ,Titus, können wir kurz stoppen? Ich muss auf die Toilette.‘ Sie wollte keine Sekunde verpassen. Da wusste ich, dass der Film gut sein muss.“

Brett vorm Kopp

Die Uraufführung von „Brett vorm Kopp“ in Köln ist gerade erst vorbei, da schwirren schon wieder ganz neue Projekte im Kopf von Titus Dittmann herum. Ein Film namens „This ain’t California“ behandelt die Skateboard-Szene in der DDR, soll im August in die Kinos kommen und feierte bereits Premiere auf der Berlinale. Ganz nebenbei sagt er: „Ich schreibe außerdem auch gerade ein Buch. Es soll ‚Brett für die Welt‘ heißen.“
Mit seinen 63 Jahren ist Titus Dittmann vom Ruhestand ungefähr so weit entfernt wie Münster von Kalifornien. Dazu sagt er nur: „Klar wäre es ein Wunsch, auf einer Insel in der Hängematte zu liegen und Cocktails zu schlürfen.“ Titus Dittmann denkt kurz nach und grinst wieder: „Hoffentlich wird’s ein Wunsch bleiben. Spätestens nach fünf Tagen wäre mir sterbenslangweilig.“


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