Sparkassen-Kunden setzen auf Sicherheit
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Minizinsen sind kein Hindernis: Viele Sparer setzen weiter auf kurzfristige Anlagen wie Sparbücher oder Tagesgeld. Sicherheit und schnelle Verfügbarkeit des Geldes sind ihnen wichtig.

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„Das ist ein Beleg für das Vertrauen, das den Sparkassen entegegengebracht wird“, sagte Dr. Rolf Gerlach, Präsident des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe, am Montagabend auf der Bilanzpressekonferenz in Münster. Die Bilanzsumme der 71 Institute zwischen Bocholt im Westen und Höxter im Osten stieg 2013 leicht um 0,9 Prozent auf 120,8 Milliarden Euro. Neben der sicheren Anlage ihrer Spargelder war den Sparkassenkunden aber auch eine ordentliche

Dr. Rolf Gerlach
Rendite wichtig. Das Geschäft mit Aktien und Investmentfonds war laut Gerlach lebhaft; der Wertpapierumsatz stieg sprunghaft um 24,3 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro an. „Viele Kunden realisierten angesichts des Börsenbooms im vergangenen Jahr entstandene Kursgewinne“, sagte der Verbandspräsident. Die Summe der Verkäufe überstieg die der Käufe um 659 Millionen Euro.

Gerlach wandte sich am Montag deutlich gegen die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken. Niedrige Zinsen seien ein „Medikament, das in der europäischen Staatsschuldenkrise zwar Symptome mildert, den Patienten aber nicht über den Berg bringt“. Es sei wichtig, die eigentlichen Ursachen, wie etwa die hohe Verschuldung, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit oder hohe Arbeitslosigkeit in der EU zu bekämpfen.

Investitionen in Immobilien gefragt

Bei den Privatleuten waren auch im vergangenen Jahr Immobilien weiter gefragt: Beflügelt durch die historisch niedrigen Hypothekenzinsen wurden Wohungsbaudarlehen in Höhe von 4,6 Milliarden Euro zugesagt – eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 5,8 Prozent. „Die Nachfrage nach Immobilien ist riesen groß, das Angebot knapp“, sagte Jürgen Wannhoff, Vizepräsident des Sparkassenverbands. Eine Blasenbildung sei laut Wannhoff zwar theoretisch denkbar, in Westfalen aber nicht zu erkennen: „Interessenten sind nicht bereit, alles zu kaufen, was ihnen angeboten wird.“ Wenn das Objekt jedoch in gutem Zustand sei und die Lage stimme, seien die Immobilien in zwei oder drei Tagen verkauft.

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