Spendensammler unter die Lupe nehmen
Genau hinschauen, bevor man spendet: Das raten die Verbraucherzentralen vor allem in der Vorweihnachtszeit.

Zwar beobachte der deutsche Spendenrat, dass Sammlungen an Haustüren, in Straßen und auf Plätzen an Bedeutung verlieren und auch der persönlich adressierte Brief zu Gunsten regelmäßiger Spenden an Gewicht verliert. Gleichwohl würden in den Wochen vor Weihnachten alle Varianten des Spendensammelns weiterhin praktiziert.

Fast täglich landen zurzeit Spendenaufrufe in den Briefkästen. Wer einmal gespendet hat, erhält im folgenden Jahr garantiert erneut Post, erklären die Verbraucherschützer. Zudem bedienen sich auch Spendenorganisationen kommerzieller Adresshändler. Sie beziehen Anschriften etwa aus Telefonbüchern, durch Preisausschreiben oder von Versandhändlern.

Wer über diesen Weg um eine Spende gebeten werde, der solle sich bei Zweifeln Zeit nehmen, die Organisation genauer anzuschauen. Aufschlussreich sei immer ein Blick in den Jahresbericht, den seriöse Organisationen auf Anfrage zusenden. Vorsicht sei geboten, wenn die Werbepost statt auf Daten und Fakten allein auf Gefühle ziele.

Nur noch in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen müssen Spendensammlungen behördlich angemeldet und genehmigt werden. In NRW genügt es, einen Verein zu gründen, sich eine Satzung zu geben und auf Sammeltour zu gehen.

Solche Sammelbüchsen, die man beim Adventsbummel gereicht bekommt, verführen dazu, rasch und unbedacht zu spenden. Oft wird mit Fotos angeblicher Folteropfer, hungernder Kinder oder gequälter Tiere versucht, Mitleid zu erregen. Verbraucherschützer vermuten, dass es sich oft um gestellte Aufnahmen handelt. Deshalb sei es ratsam, zunächst abzuwinken und sich in Ruhe über die jeweilige Organisation zu informieren.

Wer seriös agiere, der könne in einem Geschäftsbericht darlegen, wofür das Geld aus Spenden oder Mitgliedsbeiträgen ausgegeben wird - und freue sich auch über eine wohl überlegte Spende per Überweisung. Ist ein Verein oder eine Organisation als gemeinnützig anerkannt, ist dies ein Indiz für Lauterkeit. Karitativ anerkannte Spenden können zudem steuerlich abgesetzt werden.

SOCIAL BOOKMARKS