Speziallabor für Bluthochdruckpatienten
Privatdozent Dr. Jan Börgel, Kardiologe und Hypertensiologe, führt im neuen Hochdrucklabor des Katharinen-Hospitals in Unna eine Ultraschall-Untersuchung an einer Patientin durch.

„Das erschwert eine erfolgreiche Behandlung.“ Privatdozent Dr. Jan Börgel, Kardiologe und Hypertensiologe am Katharinen-Hospital Unna, beschäftigt sich seit langem mit der medizinischen Versorgung von Bluthochdruckpatienten. „Mit dem Hochdrucklabor wurde eine völlig neue stationäre Intensiv-Einheit für Patienten mit kompliziertem Bluthochdruck geschaffen.“

20 Millionen Menschen leiden an Bluthochdruck

Nach Schätzungen der Deutschen Hochdruckliga leiden in Deutschland 20 Millionen Einwohner an Bluthochdruck. Der Anteil der Patienten mit medikamentös nicht behandelbarem Bluthochdruck wächst stetig. Die Folge sind häufige stationäre Notaufnahmen, sagt Prof. Dr. Klaus Weber, Chefarzt der Kardiologischen Klinik des Katharinen-Hospitals Unna.

Ursachen werden oft nicht erkannt

Aber selbst bei stationären Aufenthalten nach Notfällen zeigt sich ein Problem: Bei einem Großteil der schwer betroffenen Hochdruckpatienten werden fassbare Ursachen der Hypertonie nicht erkannt. Das liegt daran, dass die Methoden zur qualifizierten Abklärung des Bluthochdrucks auf verschiedene Fachgebiete verteilt sind. „In einer kürzlich publizierten Studie haben wir festgestellt, dass das Krankheitsbild bei mehr als 90 Prozent der Bluthochdruck-Notfallpatienten nicht ausreichend abgeklärt werden konnte“, erklärt Börgel.

Verschiedene Erfahrungen zusammengeführt

Im völlig neu aufgebauten Hochdrucklabor würden die Erfahrungen aus den verschiedenen Bereichen wie Nephrologie (Nierenkrankheiten), Angiologie (Beurteilung von Gefäßverengungen), Kardiologie (Herzkrankheiten), Endokrinologie (Stoffwechselkrankheiten) und der Schlafmedizin jetzt zusammengeführt. „Wir können in kurzer Zeit, in der Regel zwei Übernachtungen, eine umfassende Ursachendiagnostik und eine differenzierte Therapiestrategie für die Bluthochdruck-Patienten erstellen“, sagt Börgel.

Behandlung mit neuen Verfahren

Von der nächtlichen Beatmungstherapie bis zu modernen katheterbasierten Methoden reicht das Spektrum aus einer Hand. Neue Verfahren wie die Verödung von Stressnerven der Nieren zur Senkung des Blutdrucks gehören nach Angaben des Hospitals dazu.

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