Ständige Sorgen belasten den Alltag

Wenn die Sorge um alltägliche Dinge außer Kontrolle gerät und zunehmend das Denken bestimmt, kann das zu einer schweren körperlichen und seelischen Belastung für Betroffene werden.

„Die Glocke“: Frau Dr. Voßbeck-Elsebusch, wie häufig kommt es vor, dass Menschen unter unkontrollierbaren Sorgen leiden?

Voßbeck-Elsebusch: Etwa fünf Prozent der Menschen leiden im Laufe ihres Lebens an dieser Form der Angststörung. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Unkontrollierbare Sorgen können in jeder Lebensphase beginnen.

„Die Glocke“: Was bereitet den Menschen Probleme?

Voßbeck-Elsebusch: Sorgeninhalte sind etwa die eigene Gesundheit und Sicherheit oder die von Angehörigen, der Beruf, die finanzielle Situation, Partnerschaft, aber auch alltägliche Dinge. Menschen mit einer generalisierten Angststörung sorgen sich viele Stunden am Tag und zwar über Monate oder Jahre. Gedanken über mögliche schlimme Ereignisse in der Zukunft und wie diese verhindert werden könnten, reihen sich aneinander, es entwickelt sich ein gefährlicher Kreislauf.

„Die Glocke“: Können Sie ein besonders gravierendes Beispiel aus Ihrer Praxis schildern?

Voßbeck-Elsebusch: Aus Gründen der Schweigepflicht kann ich keine einzelnen Fälle beschreiben. Ein extremes, aber durchaus typisches Beispiel könnte aber ein Patient sein, dem eine Gehaltserhöhung verwehrt wird – mit der Folge, dass sich daraus eine Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, vor finanzieller Not und sogar vor Obdachlosigkeit entwickelt.

Für Menschen, die dauerhaft unter übertriebenen Sorgen über verschiedene Lebensbereiche leiden und sich Hilfe wünschen, gibt es die Möglichkeit, sich unter dem Stichwort Sorgenambulanz im Sekretariat  der Psychotherapie-Ambulanz am Fachbereich Psychologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zu melden: Telefon 0251/8334140. 

Mehr dazu lesen Sie in der Freitagsausgabe von „Glocke“ und  „Ahlener Tageblatt“.

SOCIAL BOOKMARKS