„Starlight Express“ rollt seit 25 Jahren
Foto: dpa

Mit Darstellerin Georgina Hagen (r.) als Erste-Klasse-Wagen Pearl und Mykal Rand als E-Lok Elektra rollt der „Starlight Express“ seit 25 Jahren in Bochum.

Foto: dpa

Ein Vierteljahrhundert schon lehrt Debbie Hearnden die menschlichen Lokomotiven das Tanzen auf Rollschuhen. Sie ist leitende Choreographin beim Musical Starlight Express, das am 12. Juni vor 25 Jahren das erste Mal auf der Bochumer Bühne zu sehen war. Auch wenn Hearnden damals glaubte, ihre Arbeit in Bochum würde eher ein Intermezzo sein: Sie blieb in Bochum.

Mehr als 14 Millionen Zuschauer

Der Starlight Express blieb auch. Mit inzwischen mehr als 14 Millionen Zuschauern soll es das weltweit erfolgreichste Musical an einem Ort sein. Für die Jubiläumsshow muss daher alles sitzen. „Eins, zwei, drei“, zählt die blonde Frau an. Als wäre es kein Kunststück, tanzt ein gutes dutzend Musical-Darsteller zu den treibenden Hip-Hop-Beats, die mittlerweile zum Repertoire gehören. „Mehr Energie“ mahnt sie und mischt sich unter die Probenden.

Das eigens für den Starlight Express gebaute Bochumer Musiktheater, ist perfekt auf die Bedürfnisse des rasanten Musicals von Andrew Lloyd Webber zugeschnitten: Die Darsteller sausen durch Tunnel und eine Rampe mitten durch die Ränge bringt die Skater ganz nah an das Publikum. Dass die Stadt Bochum gut die Hälfte der Baukosten von 24 Millionen Euro zahlte, war umstritten. Schließlich war nicht klar, dass der Starlight Express bis solch eine Zugkraft entwickeln würde. Schnelles Fahren, Sprünge und Choreographie mussten von den Darstellern erst Stück für Stück erlernt werden.

Besucherströme ließen zunächst auf sich warten

Auch auf den Zuschauerrängen lief in den ersten Monaten nicht alles wie erhofft. Besucherströme ließen auf sich warten. Doch dann ging es los: Siebenmal in der Woche kämpft die nostalgische Dampflock Rusty im Rennen gegen elektrische Schienen-Technologiewunder um die Ehre der Dampfloks und um die Liebe zum Erste-Klasse-Wagen Pearl.

Der Herz-Schmerz-Stoff hat alles, was ein Erfolgsmusical braucht: Rasanz und Action, Technik und Ohrwürmer und eine Mut-Mach-Geschichte. Vor allem aber hat die Show Rollschuhe. „Bei allen Konstanten, wir gehen mit der Zeit“, sagt Hearden heute. So seien die stählernen Maschinen menschlicher geworden. Früher gaben eher lässige Rockertypen den Zeitgeist vor, heute ist es eine Hip-Hop-Coolness im Outfit und in der Musik, die das Publikum ansprechen sollen. Es gibt neue Songs, neues Lichtdesign, Szenen werden immer wieder überarbeitet. Außerdem sei die Choreographie über all die Jahre schneller und waghalsiger geworden.

SOCIAL BOOKMARKS