Start- und Landebahn bekommt neue Decke
Bild: Bothe

Während der Asphaltfertiger die neue Tragschicht für die Start- und Landebahn des Flughafens Paderborn-Lippstadt aufträgt (l.), wird das Ungetüm vom Beschicker (Kettenfahrzeug in der Mitte) „gefüttert“. In diesen wiederum laden Lkw ihre Fracht ab.

Bild: Bothe

Laut rumpelnd setzt sich das Ungetüm von Baumaschine in Bewegung. Am hinteren Ende des Asphaltfertigers sorgen unter anderem rotierende Förderschnecken dafür, dass sich die schwarze Masse gleichmäßig auf einer Breite von 7,50 Metern verteilt. Neun Zentimeter dick wird sie als Tragschicht aufgetragen – genauso tief war die Start- und Landebahn seit Sonntagabend abgefräst worden.

„Zwei bis drei Meter in der Minute kommen wir voran“, erklärt Einbaumeister Reiner Neumann. Er kontrolliert an einem Display auf der linken Seite des Fertigers, ob das Material gleichmäßig ausfließt und glatt und in gewünschter Höhe aufgetragen wird. Ein Kollege auf der rechten Seite macht dasselbe. „Ein Lasertaster liefert die Daten“, sagt Neumann.

Der Fertiger wird unablässig über ein Förderband vom Beschicker-Fahrzeug mit Asphalt befüllt. Am Beschicker wiederum fährt alle paar Minuten ein anderer Lkw vor, um seine schwarze Fracht abzuladen. So soll die 2180 Meter lange und 45 Meter breite Bahn bis Mittwochabend eine neue Trag- sowie eine vier Zentimeter starke neue Deckschicht bekommen – wobei die Tragschicht lediglich auf 30 Metern Breite in der Mitte erneuert wird. Denn dort wird das Material bei den Starts und Landungen belastet.

Während es Montagmittag im Westteil der Bahn bereits nach frischem Asphalt riecht, staubt es im Ostteil noch bei Erdarbeiten. Kleine Gräben werden quer in das graue Band gefräst. In sie kommen Rohre, die die Kabel zu den Leuchtfeuern aufnehmen – den Lämpchen auf dem Mittelstreifen der Start- und Landebahn.

„Logistisch ist das eine wahnsinnige Herausforderung“, sagt Jörg Riekert, Geschäftsführer der Bauplanungs-Firma R-ways. Schließlich müssen Asphalt, Kabel, Rohre und mehr auf die Minute genau angeliefert werden.

Freitag soll Flugbetrieb aufgenommen werden

Am Freitag um 20 Uhr soll der Flughafenbetrieb wieder aufgenommen werden. Ute Klame, Leiterin der Bauabteilung am PAD, ist optimistisch: „Bis jetzt ist das Wetter optimal.“ Und falls es regnet? „Egal – Augen zu und durch.“ Und dann, so Klame, werde das ganze Prozedere erst in 10 bis 15 Jahren wieder erforderlich sein.

250 Flüge müssen ausweichen

In den 124 Betriebsstunden, die planmäßig für die Arbeiten angesetzt wird, weichen dem PAD zufolge 250 Flüge mit etwa 11 500 Passagieren weichen auf andere Flughäfen aus.

Transportiert werden in dieser Zeit unter anderem 20 000 Tonnen Fräsgut und 30 000 Tonnen Asphalt für 120 000 Quadratmeter Asphaltfläche. Gearbeitet wird rund um die Uhr im Drei-Schicht-Betrieb mit je 150 Mitarbeitern direkt auf der Baustelle und weiteren 200 zum Beispiel bei Zulieferern. Die Baukosten belaufen sich auf 4,8 Millionen Euro.

SOCIAL BOOKMARKS