Stempel für Pilgerpass gibt es beim LWL
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Jakobspilgern bekommen den Stempel für den Pilgerpass nun auch an der Pforte des LWL-Landeshauses in Münster.

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„Da der LWL sich nun seit über 13 Jahren um die Wege der Jakobspilger in Westfalen kümmert, war es nur folgerichtig, dass jetzt auch an unserer Pforte ein Pilgerstempel erhältlich ist“, kommentiert LWL-Direktor Matthias Löb die Umsetzung dieser Idee.

Am Wochenende sieben Stempelstellen

Von Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 18 Uhr können Pilger hier einen Stempel bekommen. Die Öffnungszeiten in der Woche schätzt Projektleiterin Ulrike Steinkrüger als sehr pilgerfreundlich ein, da sowohl früh startende "Lerchen-Pilger" als auch abends in Münster ankommende Pilger die Pforte noch besetzt antreffen.

Am Wochenende stehen dann noch sechs weitere Stempelstellen auf Münsteraner Stadtgebiet zur Verfügung. Im LWL-Landeshaus erhalten Pilger nicht nur ihren ersehnten Stempel, um sich Münster in ihrem Pilgerausweis als Station dokumentieren zu lassen, sondern können sich auch über den weiteren Verlauf des Weges durch die Domstadt erkundigen. Zu diesem Zweck überreichte die Vorsitzende der LWL- Altertumskommission, Dr. Aurelia Dickers, den Mitarbeitern an der Pforte neu gedruckte Flyer, die den Kreuzungspunkt der von Osnabrück kommenden und nach Wuppertal führenden Route, die bereits seit 2008 eröffnet ist, mit dem neuen Weg der Jakobspilger von Bielefeld nach Wesel in Münster darstellen.

Der Flyer gibt sämtliche Unterkünfte und Stempelstellen sowie Aufbewahrungsorte von Jakobuszeugnissen an. Auch in der begleitenden Jakobswege-App (http://www.jakobswege-westfalen.de) kann die neue Stempelstelle im Landeshaus nun als sogenannter POI (Point of Interest) abgerufen und angesteuert werden.

38 Stempelstellen

Entlang des Pilgerweges von Bielefeld nach Wesel gibt es inzwischen insgesamt 38 Stempelstellen. Für Pilger sind sie wichtige Anlaufpunkte. Zwar sind sie nicht wie in Spanien Voraussetzung für den Erhalt einer Urkunde, der sogenannten compostela. Aber die westfalenweit überaus kreativ gestalteten Abdrücke sind dennoch begehrte Erinnerungen an die absolvierte Wegstrecke und öffnen gemeinsam mit dem Pilgerpass die Türen der Pilgerherbergen.

Der Pilgerweg von Bielefeld nach Wesel basiert auf einer alten Fernhandelsroute, die im Mittelalter auch von Pilgern auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela benutzt wurde. In zweijähriger Forschungsarbeit hat die Altertumskommission für Westfalen den Verlauf der historischen Wegstrecke rekonstruiert und einen modernen Pilgerweg konzipiert, der nach Möglichkeit auf oder nah entlang der mittelalterlichen Route führen soll. Tatsächlich geht die heutige Warendorfer Straße im Bereich des Landeshauses auf eine mittelalterliche Straße zurück. Vom Stift St. Mauritz kommend führte die alte Trasse ungefähr ab der Einmündung der Oststraße über die Warendorfer Straße auf das Mauritztor zu, wo Pilger den Innenstadtbereich betraten.

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