Stresstest für Uranfabrik in Gronau
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Die Uran-Anreicherungsanlage der Urenco Deutschland GmbH in Gronau (Kreis Borken), wird einem Stresstest unterzogen.
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Nach Angaben des Bundesweltministeriums wird die zuständige Entsorgungskommission „kurzfristig die Beratungen aufnehmen“. Bei Nordrhein-Westfalens Landesregierung fand die Entscheidung der Bundesregierung große Zustimmung, wie ein Sprecher in Düsseldorf sagte. Atomgegner hatten wiederholt eine Schließung der Anlage im Münsterland gefordert und auf Zwischenfälle der Vergangenheit hingewiesen.

Uranfabrik

Eine Uranfabrik verarbeitet Natur-Uran und erhöht mit Zentrifugen den Anteil des spaltbaren Uran 235. Dafür hat Urenco vier Standorte: in Gronau, in den Niederlanden, in Großbritannien und den USA. Vom deutschen Atomausstieg ist das Werk in Gronau kaum betroffen. Das von der Gruppe verarbeitete Uran geht zu 97 Prozent nicht nach Deutschland. Zum Kundenstamm zählen Energieversorger in aller Welt.

Zusätzlich zum Stresstest wird Betreiber Urenco auf Bitte des NRW-Wirtschaftsministeriums auch die turnusgemäße Sicherheitsüberprüfung vorziehen. Eine solche Prüfung ist alle zehn Jahre fällig und hätte gewöhnlich erst 2013 angestanden. „Wir werden die Themen, die politisch heiß diskutiert werden, zuerst in Angriff nehmen“, sagte Breuer. Dazu gehöre etwa das Szenario eines Flugzeugabsturzes. Für den Stresstest selbst lägen Urenco noch keine Vorgaben vor, hieß es.

 

 Im niederländischen Standort Almelo nahe der deutschen Grenze will Urenco die Kapazität von 4950 Tonnen auf 6200 Tonnen Uran im Jahr hochfahren. Am Mittwoch endete die Frist für Beschwerden beim Wirtschaftsministerium in Den Haag. „Es gingen fünf Einwände ein: drei von niederländischen Privatpersonen, einer von einem niederländischen Anti-Atom-Netzwerk und einer von einer Privatperson aus Haselünne", so eine Ministeriumsmitarbeiterin. Erfahrungsgemäß gebe es allerdings oft auf den letzten Drücker noch Eingaben.

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