Studierende sagen Zika-Virus den Kampf an
Sie vertreten das Centrum für Biotechnologie der Universität Bielefeld in Boston: (v.l.) Judith Kampa, Pascal Schmidt, Carsten Hain, Mikhail Sahin, Sebastian Perez Knoche, Niklas Hoffmann, Marten Lidner, Marius Schöller, Bianca Frommer und Cassandra Königs.

 Mit ihrer Idee tritt die Gruppe beim diesjährigen IGEM-Wettbewerb im US-amerikanischen Boston an. IGEM steht für „International Genetically Engineered Machine“ und ist laut Uni Bielefeld der bedeutendste, nicht-kommerzielle Wettbewerb in der synthetischen Biologie. Vom 27. bis 31. Oktober treten 300 Teams aus mehr als 30 Ländern mit den von ihnen entwickelten Projekten in verschiedenen Kategorien gegeneinander an.

Wandlungsfähigkeit von Zika stellt Forscher vor Herausforderung

Der Zika-Virus kann schwere Fehlbildungen bei Ungeborenen auslösen und zu Entwicklungsstörungen führen. Da der Virus besonders wandlungsfähig ist, stellt er eine große Herausforderung für Diagnose und Therapie dar. Dort setzt das von den Studierenden der Uni Bielefeld entwickelte System an: In einem Evolutionsprozess werden antikörperähnliche Proteine entwickelt, die das Team auf den Namen „Evobodies“ taufte. Antikörper sind natürliche im Körper vorkommende Proteine, die Krankheitserreger binden und zu ihrer Bekämpfung beitragen. Industriell werden sie oft mit Hilfe von Tieren gewonnen und in Wissenschaft und Medizin für diagnostische und therapeutische Zwecke angewendet.

Proteine werden mithilfe von Bakterien hergestellt

Im Gegensatz dazu stellt das Bielefelder Team rund um Professor Dr. Jörn Kalinowski und Professor Dr. Kristian Müller die Proteine mit Hilfe von Bakterien her. Dadurch, dass sich Bakterien sehr schnell vermehren, können die antikörperähnlichen Proteine schneller generiert werden als in tierischen Zellen. Auf diese Weise können Wissenschaftler kurzfristiger auf wandlungsfähige Viren wie Zika reagieren. Ein weiterer Vorteil: Bei dem Verfahren kommen keine Tiere zu Schaden.

Bielefelder in Boston stets sehr erfolgreich

Seit 2010 sind die Jungforscher vom Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld beim IGEM-Wettbewerb in Boston mit diversen Goldmedaillen und Auszeichnungen erfolgreich. Dabei setzten sie sich gegen renommierte Einrichtungen wie das Massachusetts Institute of Technology, Harvard und das Imperial College London durch.

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