Stutthof-Prozess endgültig eingestellt
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Der 95 Jahre alte Mann aus dem Kreis Borken, ehemaliger SS-Wachmann im früheren Konzentrationslager Stutthof, ist verhandlungsunfähig. Das Bild zeigt ihn neben seinem Anwalt Andreas Tinkl.
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Die Hauptverhandlung mit Beginn vom 6. November war bereits Mitte Dezember wegen akuter Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten ausgesetzt worden. Daraufhin war der Angeklagte, der seither wiederholt in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, erneut von dem seitens des Gerichts hinzugezogenen medizinischen Sachverständigen eingehend untersucht worden, heißt es in der Mitteilung weiter.

Kammer schließt sich dem Urteil des Mediziners an

Die Ergebnisse habe der Sachverständige Mitte Februar in einem ausführlichen schriftlichen medizinischen Gutachten dargelegt. „Die Kammer hat sich nun der Auffassung des Mediziners, demnach die Voraussetzungen einer Verhandlungsfähigkeit aufgrund der zuletzt merklich fortschreitenden Erkrankung nicht mehr vorliegen, angeschlossen“, teilt das Gericht weiter mit.

Die Kammer gehe davon aus, dass der Angeklagte aufgrund einer höhergradigen Niereninsuffizienz sowie insbesondere einer schweren Herzerkrankung und damit einhergehenden massiven körperlichen und kognitiven Einschränkungen nicht mehr in der Lage ist, dem Inhalt einer Hauptverhandlung zu folgen und seine Interessen hinreichend wahrzunehmen. 

Dem 95-Jährigen wurde vorgeworfen, als Wachmann in dem Konzentrationslager östlich von Danzig mehrere hundert Morde zwischen 1942 und 1944 ermöglicht zu haben. Nach offiziellen Angaben kamen bis Kriegsende 65.000 Menschen im KZ Stutthof und seinen Nebenlagern sowie auf Todesmärschen ums Leben.

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