Suizid vorgetäuscht: Prozessauftakt in Detmold
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Vor dem Landgericht in Detmold muss sich ab Mittwoch ein 36-Jähriger aus Oerlinghausen (Kreis Lippe) verantworten. Er soll seine Lebensgefährtin getötet haben.
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Der Beschuldigte soll seine Lebensgefährtin laut Anklage im November 2016 in seiner Wohnung in Oerlinghausen getötet haben. Anschließend habe er den leblosen Körper in die Badewanne gelegt, um einen Suizid vorzutäuschen. Von ihm alarmierte Rettungskräfte fanden die Tote.

36-Jähriger sofort verdächtig

Der aus Dortmund stammende 36-Jährige war sofort unter Tatverdacht geraten, weil die Leiche der Frau schon äußerlich klar erkennbare Verletzungen aufwies. Ein Gerichtsmediziner stellte fest, dass die Frau aufgrund innerer Verletzungen verblutet war. Er sprach von "mehrfach sehr massiver Gewalteinwirkung".

Am ersten Prozesstag äußerte sich der Angeklagte nicht zum Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft. Dafür beschrieb er ausführlich die Beziehung der beiden. Er habe seit seiner Jugend Alkohol und verschiedene Drogen konsumiert. Seine Lebensgefährtin habe ebenfalls viel getrunken. Die Beziehung sei geprägt gewesen von Eifersucht und Streitereien, sagte der 36-Jährige. Auch nach dem Umzug von Dortmund ins lippische Oerlinghausen habe es im Suff körperliche Übergriffe von seiner Seite gegeben.

Die Leiche war laut Gutachter mit großflächigen Blutergüssen übersät, etliche Rippen waren gebrochen. Ein Ex-Mann und der Sohn der Toten sagten am Mittwoch als Zeugen aus. Sie hätten von dem starken Alkoholkonsum der 46-Jährigen nichts gewusst. Der Prozess vor dem Schwurgericht wird am Montag fortgesetzt.

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