Taucher suchen in Münster nach Bomben
Bild: Zinke
Bevor im Stadtgebiet von Münster der Dortmund-Ems-Kanal ausgebaut wird, fahnden Taucher auf dem Grund nach Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg.
Bild: Zinke

Metalldetektoren und Luftbilder haben 32 Verdachtspunkte geliefert, hinter denen sich Sprengkörper befinden könnten. Vor dem geplanten Ausbau der Stadtstrecke des Kanals soll der Einsatz von Tauchern Sicherheit bringen: Ein Team des Tauch- und Bergungsunternehmens Barthel aus Mülheim ist von nun an acht Wochen lang vor Ort, um im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Rheine jeden Punkt unter die Lupe nehmen, dessen Magnetfeld einen metallischen Gegenstand im Schlamm der Kanalsohle vermuten lässt.

„Fahrräder oder Teile von Autos, Stahlträger oder Gullydeckel: Bei den Untersuchungen für den Kanalausbau haben wir bislang viel Müll, aber glücklicherweise noch keine einzige Bombe aufgespürt“, sagt Bauaufseher Martin Hilvert vom WSA. Bei der Erneuerung eines Schiffsanlegers 2005 aber schlummerte tatsächlich ein Blindgänger unter Wasser – nur wenige hundert Meter vom jetzigen Teilstück entfernt.

Mit Sprechfunk und einem Feuerwehrschlauch ausgerüstet verschwindet der Taucher im acht Grad kühlen Kanalwasser. Eine rote Boje markiert an der Wasseroberfläche die Stelle, an der die Metalldetektoren ausschlugen, an einer Leine kann er sich bis auf den Grund hinunter hangeln. „Die Metallfunde liegen bis zu zwei Meter tief im Schlamm verborgen. Mit dem Schlauch kann der Taucher die Stelle frei spülen. Er sieht allerdings nichts und muss sich komplett auf seinen Tastsinn verlassen“, erklärt Hilvert.

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