Taylor schießt Münster an die Spitze
Bild: Dünhölter
Mit seinen Saisontoren sechs und sieben hat Matthew Taylor (r.) Preußen Münster zum 2:1-Erfolg beim Zweitliga-Absteiger Alemannia Aachen geschossen. Sturmkollege Nazarov gratuliert.
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Zumindest für einen Tag eroberte der SC Preußen mit dem dritten Sieg in Folge die Tabellenspitze in der 3. Fußball-Liga. Unterhaching könnte sich die Führung heute mit einem Dreier in Saarbrücken allerdings zurückholen. Es war ein intensives, in der Schlussphase ein dramatisches Spiel vor 12 206 Zuschauern auf dem Tivoli.

Taylor dreht mit zwei Toren das Spiel

Dass Münsters stolze Serie von 440 Spielminuten ohne Gegentor endete, musste der in den vergangenen Wochen überragende Torhüter Daniel Masuch auf seine Kappe nehmen. Nach einem Patzer von Patrick Kirsch irrte der Schlussmann aus dem Kasten, kam nicht an den Ball, und Dennis Pozder netzte für Aachen ein (48.). Doch wie schon so oft in dieser Saison bewies der SC Preußen auch gestern Moral und kam zurück. Und wieder war es Matthew Taylor, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Zunächst köpfte er einen Freistoß von Bischoff zum 1:1 (65.) ein, dann machte er nach Vorarbeit von Hergesell in der 84. Minute sogar den 2:1-Sieg perfekt. Taylors Saisontore sechs und sieben, dieser Mann ist einfach nicht zu bremsen. Auch am Samstag gegen Bielefeld traf er und war außerdem an allen weiteren Toren beteiligt.

„Spitzenreiter, Spitzenreiter“, skandierten die etwa 500 mitgereisten Preußen-Fans, die bis zum Schlusspfiff allerdings noch einige bange Augenblicke zu überstehen hatte. Aachen drängte auf den Ausgleich, holte noch ein paar Ecken raus, in einer Szene forderte forderte der stimmgewaltige Anhang der Gastgeber nach einer Aktion von Masuch Foulelfmeter. Der Pfiff blieb allerdings aus. Dann war Schluss. Riesenjubel beim SC Preußen, der Mannschaft der Stunde in der 3. Liga.

Nur 5800 Zuschauer in Bielefeld

Bielefeld steckt dagegen weiter im Stimmungstief. 0:0 gegen Chemnitz, nur 5800 Zuschauer (Saison-Minuskulisse) in der Schüco-Arena: Arminia hat die geforderte Wiedergutmachung nach dem 0:4-Derby-Debakel bei Preußen Münster verpasst. „Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, mit der Leistung wohl. Die Mannschaft hat kämpferisch und läuferisch überzeugt, sich nur leider nicht mit dem Siegtor belohnt. Das ist schade, aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Bielefelds Trainer Stefan Krämer.

Vier Neue in der Startelf

Er krempelte seine Mannschaft nach der desolaten Vorstellung in Münster gleich auf vier Positionen um. Appiah, Hornig, Rahn und Agyemang als zweite Spitze neben Klos standen für Jerat, Schönfeld, Hille und Hübener in Startelf. Die geforderte Reaktion auf dem Platz blieb in den ersten 45 Minuten allerdings aus. Verunsichert, ideenlos, leblos – das 0:4 in Münster und seine Folgen. Bielefeld kam nicht so recht in Fahrt und konnte von Glück reden, dass der Gast aus Chemnitz einige vielversprechende Angriffe nicht konsequent genug zu Ende spielte. Die größte Chance vergab Landeka, der nach einer Ecke per Kopf nur die Latte traf (21.).

Arminia steigert sich in Halbzeit zwei

Im zweiten Abschnitt änderte sich Bild. Die Ostwestfalen investierten jetzt mehr, taten sich gegen gut gestaffelte Chemnitzer allerdings schwer im Spiel nach vorne. Torjäger Fabian Klos bekam ebenso wie sein Sturmkollege Eric Agyemang nicht viel auf die Kette und sah zu allem Übel auch noch die fünfte Gelbe Karte. Es ist damit am Samstag in Darmstadt gesperrt. Nach einer Stunde Spielzeit erhöhte Bielefeld die Schlagzahl nochmals, ohne allerdings zu richtig guten Chancen zu kommen. Krämer brachte Testroet für den enttäuschenden Agyemang, aber das Spiel in die Spitze blieb zu ungenau.

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