Tenhumberg-Preis in Telgte verliehen
Am prämierten Kunstwerk von Stefan Lutterbeck (Everswinkel) stehen (v.l.) die Preisträger Benjamin Zurheiden, Sabine Leifhelm, Claudia Onnebrink, Paula Decker und Bettina Selle (Karl-Wagenfeld-Schule Münster), Konstanze und Veronika Rabe (Bocholt), Stefan Lutterbeck, Peter Stiem (Rüthen) und Weihbischof Stefan Zekorn.

Seit 1969 wird die Auszeichnung an Teilnehmer der Telgter Krippenausstellung vergeben – in diesem Jahr an sieben Einzelkünstler und eine Gruppe. Unterschiedlicher konnten die siegreichen Kunstwerke, die neben 128 weiteren Exponaten im Religio-Museum von 17 000 Besuchern gesehen worden waren, nicht sein. So hatte Veronika Rabe (15) aus Bocholt einen Fanschal mit der Heiligen Familie und mit Hirten als Motiven verziert. „Das ist ein echtes Bekenntnis“, freute sich die Jury-Vorsitzende Margareta Coppenrath.

Nicht weniger ungewöhnlich fand die Jury die Idee von Konstanze Rabe (17), die das Motto „Kommt, sagt es allen weiter“ am direktesten übersetzte. Sie hatte Caspar, Melcheor und Balthasar eine Zeitungsanzeige aufsetzen lassen, die von der Geburt Jesu kündet.

 „Die gesamte Ausstellung war stimmig und homogen“, lobte Museumsleiter Dr. Thomas Ostendorf bei der Preisübergabe. Ihm war die Menge naiver Darstellungen aufgefallen – und die „fantastische Kreativität“, die auch die Karl-Wagenfeld-Realschüler aus Münster an den Tag legten. In einem fröhlichen Trickfilm ließen sie Knetfiguren die Geburt Jesu nachspielen und setzten gar Babygebrabbel ein. Osterndorf amüsiert: „Das erste Mal, dass man das Jesuskind gehört hat.“

Bernard T. Sakarombe aus Simbabwe hatte Maria, Josef und das Kind aus schwarzem Serpentin gehauen, Peter Stiem aus Rüthen Holunder-Rundhölzer für seine Krippe verwendet. Ertasten sollte man die wuchtige Skulptur von Josef Grasedieck, für die der fast erblindete Künstler aus Raesfeld (Kreis Borken) Mooreiche benutzte.

Ausdrucksstärke und Erkennbarkeit der Aussage – das waren Kriterien für die Vergabe der Auszeichnung. Auch Stefan Lutterbeck erfüllte sie mit seiner Sandsteinkugel, aus deren Zentrum er das Jesuskind herausarbeitete. Figuren in Form eines Flachreliefs umringen es. Der Bildhauer, der sich seit 1977 an der Ausstellung beteiligt, machte selbst nicht viele Worte. „Einfach war es nicht, den Stein in die runde Form zu bringen.“

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