Totgeboxtes Ungeborenes: Prozess geplatzt
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Der Angeklagte Ahmad S. sitzt am Mittwoch auf der Anklagebank in Münster. Er hatte Berufung eingelegt. Ihm wird vorgeworfen, sein ungeborenes Kind im Mutterleib totgeboxt zu haben. In erster Instanz war er dafür zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.
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Ein 21 Jahre alter Hilfsarbeiter soll seiner hochschwangeren Freundin in Rheine mit voller Wucht in den Bauch geboxt haben. Das gemeinsame, ungeborene Baby hatte keine Überlebenschance. Angebliches Motiv: Eifersucht, verletzter Stolz und rasende Wut.

Der Angeklagte mit afghanischen Wurzeln hatte sich mit seiner deutschstämmigen Partnerin gestritten, weil sie zum ersten Mal von einem männlichen Frauenarzt behandelt worden war. Geplant hatte sie das nicht. Der Arzt war am Ultraschall überraschend für eine Kollegin eingesprungen.

Strafe kann im zweiten Verfahren höher ausfallen

Der Angeklagte war am Amtsgericht Rheine in erster Instanz zu zwei Jahren und neun Monaten Jugendhaft verurteilt worden. Nach der ersten Verurteilung hatte er Berufung eingelegt, um der Gefängnisstrafe doch noch zu entgehen. „Mein Mandant macht sich im Nachhinein natürlich auch Vorwürfe. Es ist für ihn dennoch nach wie vor unerklärlich, wie es zu einem Schuldspruch wegen Schwangerschaftsabbruchs kommen konnte", sagte sein Verteidiger am Mittwoch.

Ex-Parnterin nicht aussagefähig

Nach eigener Aussage hatte er sie im Gerangel von sich geschubst. Der Richter wies darauf hin, dass die Strafe im neuen Prozess auch höher ausfallen könnte. Die Verhandlung wurde nach kurzer Zeit abgebrochen. Denn die wichtigste Zeugin, die Ex-Partnerin, ist erneut schwanger. Laut Attest ist die 19-jährige wegen Komplikationen zurzeit nicht in der Lage, eine Aussage zu machen. Das hat ihr Anwalt vor Gericht erklärt. Wann der Schwangerschaftsabbruch erneut verhandelt wird, ist offen.

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