Totholz-Vorgabe verärgert Forstleute
Die Idee von einem Nationalpark in OWL ist bislang am Widerstand der Bürgerschaft gescheitert. Die Waldbauern in NRW üben vor allem an der geplanten Totholz-Vorgabe des Landesumweltministeriums heftige Kritik.

Das mag daran liegen, dass Remmel bald selbst Waldbauer wird. Der Grüne erwirbt in seiner Heimat, dem Siegen-Wittgensteiner Land, eine kleine Forstparzelle. „Sie lieben den Wald, und ich liebe den Wald auch“, sagte der Umweltminister, als er den sichtlich überraschten Waldbauernpräsidenten Dr. Philipp Freiherr Heereman um die Aufnahme als neues Mitglied im NRW-Waldbauernverband bat.

Heereman hatte zuvor den aus dem Hause Remmel stammenden Entwurf für das neue Landesnaturschutzgesetz mit westfälisch-derben Worten förmlich zerrissen. Besonders die Vorgabe, dickstämmiges Totholz im Wald belassen zu müssen, weil es angeblich keinen wirtschaftlichen Wert mehr besitze, brachte den Chef der Forstleute auf die Palme. Ein Totholzstamm könne durchaus noch hohen Wert für das holzverarbeitende Handwerk besitzen. „Zudem muss es die Entscheidung des Eigentümers bleiben, wie er mit seinem Holz umgeht“, sagte Heereman. Totholzerhaltung soll weiterhin auf freiwilliger Basis und über vertragliche Vereinbarungen geschehen.

Den Heereman’schen Wunsch, die „Totholz-Passage umgehend ohne Wenn und Aber aus dem Entwurf des neuen Landesnaturschutzgesetzes“ zu streichen, konnte Remmel am Dienstag freilich nicht erfüllen. Totholz sei zur Sicherung der stark bedrohten Artenvielfalt in NRW wichtig, sagte der Umweltminister und zeigte sich für Kompromisse offen. Denn: „Gegen den Widerstand der Eigentümer geht nichts!“ Die Waldbauern hörten es gern.

7800 Hektar Staatswald hat NRW laut Remmel seit 2011 „aus der Nutzung genommen und der natürlichen Wildnisentwicklung überlassen“. Gerüchte, er plane die Stilllegung von weiteren 60.000 Hektar Staatswald, bezeichnete der Umweltminister als Quatsch. Neue Wildnisflächen könnten frühestens bei der Einrichtung des zweiten Nationalparks in NRW wieder zum Thema werden.

Remmel ist nach wie vor Anhänger des Plans, neben dem bestehenden Nationalpark in der Eifel auch in Ostwestfalen-Lippe einen Nationalpark einzurichten. Der ist bislang an den Protesten aus der Bürgerschaft gescheitert.

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