Uni Münster übernimmt „Islam-Archiv“
Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Uni Münster, Archiv-Erbin Lejla Bednorz und Universitätsrektor Prof. Dr. Johannes Wessels (v. l.) haben in Münster den Vertrag zur Übernahme des „Islam-Archivs Deutschland“ unterzeichnet.

Das Islam-Archiv wurde 1927 in Berlin gegründet und gilt als die bedeutendste Sammlung und Dokumentation des muslimischen Gemeindelebens in Deutschland. Es umfasst rund 6000 Titel zum Islam in Deutschland, Europa, zu Dialog und Ausländerfragen sowie zur islamischen Theologie, Geschichte und christlichen Theologie. Die Sammlungen umfassen fragmentartig historisches Material zwischen 1739 und 1918 und durchgehend ab dem 1. Weltkrieg.

„Das Archiv beinhaltet wertvolle Zeugnisse des muslimischen Lebens in Deutschland“, sagte Khorchide bei der feierlichen Unterzeichnung des Übernahmevertrags. „Wir sind froh und stolz darüber, damit forschen und arbeiten zu können.“ Mit der Übernahme durch die Universität sei gewährleistet, dass die Dokumente wissenschaftlich fundiert aufgearbeitet würden.

Zugleich sieht der Theologe darin eine Aufwertung des ZIT: „Das Archiv betont noch stärker den Stellenwert des Zentrums als eine der inzwischen wichtigsten islamisch-theologischen Institutionen europaweit.“ 

Seit 1981 hatte das Islam-Archiv seinen Sitz in Soest und wurde zuletzt von Muhammad Salim Abdullah (1931-2016) geleitet. Abdullah betrieb das Archiv mit Helfern ehrenamtlich. Er galt nicht nur in der islamischen Welt als Experte und setzte sich für den Dialog mit Vertretern des Juden- und Christentums ein.

Auf Wunsch Abdullahs wechselt das Archiv nach Münster und trägt den Namen seiner Ehefrau „Amina Abdullah“.

SOCIAL BOOKMARKS