Uniklinik weist Manipulationsvorwurf zurück
Vorwürfe, dass es bei Lebertransplantationen nicht mit rechten Dingen zugegangen sei, hat das Uniklinikum Münster am Montag zurückgewiesen.

Die SZ hatte berichtet, die Prüfungs- und Überwachungskommission (PÜK) der Bundesärztekammer habe bei Leberübertragungen am UKM Auffälligkeiten entdeckt. Demnach soll nicht in allen Fällen eine für eine Transplantation relevante Indikation vorgelegen haben.

„Wir müssen den endgültigen Prüfbericht abwarten“, erläuterte Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer. Soviel wollte er aber sagen: „Es hat keine Manipulation von Unterlagen oder an der Warteliste für Organtransplantationen gegeben.“

Laut Ärztekammer geht es in dem Medienbericht auch nicht um so eindeutige Manipulationen wie die in Göttingen, Regensburg, München und Leipzig. Vielmehr gehe es um Fragen, die fachspezifisch geklärt werden müssten: Das Konzept der Prüfprotokolle ist nach Windhorsts Meinung in einigen Detailabfragen nicht präzise genug.

„Gewisse Unschärfe“

So wird laut Ärztekammerpräsident im Prüfprotokoll gefragt, ob eine Dialyse beim Patienten vorgenommen worden sei. Die Frage nach einer Dialyse steht neben Leber- und Nierenwerten auf der Liste der Punkte, die für eine Transplantation relevant sein können. Gab es eine Dialyse, werde von den Medizinern im Prüfprotokoll ein Kreuzchen gemacht. Warum die Dialyse erforderlich war, werde aber nicht abgefragt. „Hier kommt eine gewisse Unschärfe hinein“, sagte Windhorst.

Eine Dialyse werde aus unterschiedlichen Gründen gemacht – bei einem Nierenausfall, aber auch, um den Patienten von Wassereinlagerungen zu befreien, um ihm so das Überleben auf der Warteliste zu erleichtern.

„Zu den vorliegenden Richtlinien findet derzeit in Fachdialog statt“, führte Roeder aus. „Wir sind davon überzeugt, dass wir am UKM richtig gehandelt haben.“ Dem UKM lägen derzeit weder Protokolle der Prüfungen noch ein vorläufiger Prüfbericht vor. Eine Stellungnahme zu einzelnen Fällen sei deshalb jetzt nicht möglich.

Windhorst warnte im Vorfeld des 6. Westfälischen Ärztetages am Freitag in Münster vor einer Skandalisierung und Vorverurteilung des UKM.

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