Untersuchungen zum Ausbau der Bahnstrecke
Foto: Holger Hollemann, dpa
Ein ICE befährt die Bahnstrecke Bielefeld-Hannover. Die Planung für den Ausbau der Strecke soll beschleunigt werden.
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„Dann sollen auch Varianten für eine Neubaustrecke oder Neubauabschnitte unter Einbeziehung der existierenden Trasse untersucht werden“, sagte der Leiter des Bahnprojekts, Carsten Müller, in Hannover. Obwohl das Bundesverkehrsministerium fünf denkbare Grobvarianten des Trassenverlaufs skizziert hat, sei die Planung ergebnisoffen. „Wir sind nach wie vor vor einem weißen Blatt Papier", sagte Müller. Ergebnisse der detaillierten Bahnstudien zu realisierbaren Trassenvarianten sollen in zwei Jahren vorliegen. Das Ergebnis könne durchaus auch eine Kombination der Grobvarianten sein, die einen Rahmen für das Projekt absteckten.

Zahlreiche Gespräche

Vom Start weg gehe es ihm darum, die Sorgen und Nöte der Region, aber auch die Erwartungshaltung zu erfahren, so Müller. Über 100 Gespräche mit Verantwortlichen und Vertretern der Region in Westfalen und Niedersachsen hat er bereits geführt, auf Bürgerinitiativen sei die Bahn von sich aus zugegangen. An einer coronabedingt digitalen Auftaktveranstaltung Mitte Januar beteiligten sich 3000 Menschen. Am 9. März gibt es die erste Plenumssitzung eines Gremiums von rund 120 Regionalvertretern, das die Planungen begleiten soll. „So kritisch, wie die Projektregion auch sein mag, keiner hat gesagt, dass er das Projekt nicht wolle.“

Auch Regionalverkehr verbessern

Die Bahnstrecke, die zu den ausgelasteten in Deutschland gehört, soll viergleisig und für Tempo 300 ausgebaut werden, um das Rhein/Ruhrgebiet schneller mit Berlin zu verbinden und einen besseren Regionalverkehr zwischen Westfalen und Niedersachsen zu ermöglichen. Pläne für einen Ausbau gibt es seit Jahrzehnten. Die durch den Bund geschätzten Kosten liegen zwischen 1,9 und 5,9 Milliarden Euro.

Streitpunkte werden sein, in welchem Umfang die neuen Gleise in Landschaft und Natur eingreifen, was die Belastung für Anlieger an Neubau- und auch bestehenden Streckenabschnitten sein wird, die Planer nehmen auch Kosten und Nutzen unter die Lupe. „Wir wollen herausfinden, wo die Strecke am verträglichsten ist und wer die Betroffenen sind“, sagte Müller. „Wir beziehen die Bestandsstrecke in die Betrachtung mit ein und schauen gemeinsam mit den Menschen in der Region, was die beste Lösung ist.“ Als erstes regte sich zwar Widerstand gegen eine Neubautrasse, auch die Menschen an der bestehenden Strecke aber dürften nicht vergessen werden, wenn dort nun zusätzliche Gleise für mehr Züge untersucht werden. Die Menschen in der Region wollten auf jeden Fall, dass sich die Verkehrssituation verbessert, ist Müllers Eindruck.

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