Urteil im Prozess um Kühltruhen-Leiche
Zu lebenslanger Haft ist ein 42-Jähriger aus Spenge am Montag verurteit worden. Vor drei Jahren hatte er eine Prostituierte erdrosselt und die Leiche in einer Tiefkühltruhe aufbewahrt.

Das sagte am Montag ein Sprecher des Landgerichts Bielefeld. Die 21 Jahre alte Frau aus der Ukraine sei mit Kabelbindern stranguliert worden. Der Angeklagte, ein 42 Jähriger aus Bad Salzuflen, hatte behauptet, er habe Sex mit der Frau gehabt, danach könne er sich an nichts erinnern. Sein Verteidiger hatte auf fahrlässige Tötung plädiert.

Motiv könnten Ersparnisse gewesen sein

Die zierliche Frau müsse völlig überrascht worden sein, hatte ein Gutachter in der Verhandlung gesagt. Es gebe keine Abwehrverletzungen. Es habe eine stumpfe Gewalteinwirkung auf den Kopf der Frau gegeben, sagte der Gerichtssprecher. Die 21-Jährige habe Kabelbinder um den Hals gehabt. Möglicherweise habe es der Mann auf die wahrscheinlich nicht unerheblichen Ersparnisse der Frau abgesehen gehabt. Oder sie habe gedroht, die Frau des vierfachen Vaters über das Verhältnis aufzuklären.

Der Angeklagte hatte behauptet, die Frau habe sich den Kabelbinder beim Sex selbst um den Hals gelegt. Wie der Gerichtssprecher betonte, passt diese Darstellung aber nicht zu den Spuren.

Opfer arbeitete in einem Bordell in Herford

Die Frau hatte vor einigen Jahren in einem Herforder Bordell gearbeitet. Dann war sie plötzlich verschwunden. Die Polizei war im Februar 2012 bei Schleuser-Ermittlungen in einer Garage in Spenge bei Herford zufällig auf die Leiche gestoßen. Der Angeklagte war 2007 als Menschenhändler zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Er hatte vornehmlich Ukrainerinnen mit gefälschten litauischen Pässen nach Deutschland geschleust.

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