Vertraute Geräusche vor Verschwinden retten
Vom Aussterben bedroht:Das Geräusch quietschender Kreide auf einer Tafel.

 Jan Derksen hält den Controller seiner alten Spielekonsole in den Händen. Tagelang hat er als Kind damit Super Mario gespielt. Heute klemmen die Tasten und die Klappe für die Spiele quietscht laut. Derksen hat diese Geräusche hochgeladen für sein Online-Archiv für verschwindende Geräusche.

Bisher 120 Geräusche gesammelt

Der 33-jährige Essener bezeichnet sich als Geräusche-Retter. Gemeinsam mit seinem Freund Daniel Chun hat er das Projekt „Conserve the Sound“ auf die Beine gestellt. 120 Geräusche haben die beiden bereits gesammelt. Dazu zählen das Klappern von Schreibmaschinen, das Rattern einer Uralt-Schmalfilmkamera und das Schleifen einer Fensterkurbel im Auto.

Smartboards verdrängen Tafel

Das schrille Quietschen von Kreide auf der Tafel wird nach Angaben der Geräusche-Retter bald der Vergangenheit angehören. Davon geht Udo Gohl, Schulamtsleiter in Warendorf, allerdings nicht aus. Auch wenn an allen Schulen in der Emsstadt mittlerweile „Smart Boards“ (eine Kombination aus digitaler Tafel, Computer und Beamer) eingesetzt werden, gehören die grüne Tafel und Kreide noch immer zur Standardausstattung in den Klassenräumen. „Die digitalen Tafeln werden hauptsächlich in Unterrichtsfächern wie Chemie oder Physik eingesetzt“, erklärt Gohl. „Zusätzlich zur normalen Tafel.“

Auch in Gütersloh werden „Smart Boards“ als Ergänzung genutzt und derzeit getestet, sagt der dortige Schulamtsleiter Roland Thiesbrummel. Mit unterschiedlichem Erfolg. Die Leitung des Städtischen Gymnasiums etwa hat sich im Zuge der Erweiterungsmaßnahmen an der Schule gegen die technischen Hilfsmittel ausgesprochen. „Sie können erst eingesetzt werden, wenn sich die Lehrkräfte mit der neuen Technik auseinandergesetzt haben und sie beherrschen“, erklärte Thiesbrummel.

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