Vom Entscheider zum TV-Experten
Der 67 Jahre alte Heribert Bruchhagen hat den Posten des Vorstandsvorsitzenden von Eintracht Frankfurt abgegeben. Langeweile kommt aber nicht auf.

Im Sommer verließ er die große Bühne – um nur ein paar Monate später in neuer Funktion zurückzukehren. Vom Entscheider zum TV-Experten: Bruchhagen arbeitet jetzt für den Bezahlsender Sky. „Die Glocke“ sprach mit dem Harsewinkeler über Vergangenes und Zukünftiges.

„Die Glocke“: Sie waren mehr als 30 Jahre lang als Spieler, Trainer, Manager und Vorstandschef in Sachen Fußball unterwegs. Genießen Sie es jetzt, zurück in Harsewinkel zu sein?

Bruchhagen: Ja – allerdings bin ich nach wie vor viel unterwegs. Gestern Sport-Bild-Award in Hamburg, Mittwoch der nächste Einsatz bei Sky kurz vor dem Transferschluss, am Wochenende dann das Länderspiel, bis November bin ich ja noch im Vorstand des DFB. Aber, keine Frage, ich habe natürlich mehr Zeit als vorher, und das ist auch gut so. 

„Die Glocke“: Von Fußball-Ruhestand nach dem Abschied von Eintracht Frankfurt im Juni kann aber nicht wirklich die Rede sein. Die Bundesliga lässt Sie nicht los. 

Bruchhagen: Es gibt aber einen großen Unterschied: Ich trage keine Verantwortung mehr, sondern rede nur über Fußball. 

„Die Glocke“: Als Bundesliga-Manager waren Sie nie um ein klares Wort verlegen und sind auch Konflikten beispielsweise mit dem FC Bayern München nicht aus dem Weg gegangen.

Bruchhagen: Ja, insbesondere Uli Hoeneß und ich waren gerade bei der Verteilung der Fernsehgelder unterschiedlicher Auffassungen, hatten aber auch unterschiedliche Interessen zu vertreten. Aber seit rund zehn Jahren pflege ich ein freundschaftliches Verhältnis zu Uli wie auch zu allen anderen Kollegen.   

„Die Glocke“: Jetzt sitzen Sie bei Sky auf der anderen Seite. Wie definieren Sie ihre neue Rolle als meinungsstarker TV-Experte?  Bruchhagen: Es ist eine neue Aufgabe, an die ich mich erst herantasten, Erfahrungen sammeln und auch gut vorbereiten muss. 

„Die Glocke“: Was sagt der Experte Bruchhagen zur Lage der Bundesliga? 

Bruchhagen: An den FC Bayern als Meister führt wohl kein Weg vorbei, Borussia Dortmund ist die zweite Kraft. Gladbach und Leverkusen sehe ich auf den Rängen drei und vier, dahinter Schalke und Wolfsburg. Die Gladbacher schätze ich sehr stark ein in dieser Saison, an den BVB oder den FC Bayern werden sie aber wohl nicht herankommen.

Bruchhagens Meinung  zur Dominanz Bayerns in der Bundesliga und zur Lage von Arminia Bielefeld findet sich in der gedruckten Ausgabe von „Glocke“ und „Ahlener Tageblatt“.

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