Von Gefangenem fehlt weiter jede Spur
Ein Gefangener ist am Donnerstag aus dem Landgericht in Dortmund geflüchtet. Die Fahndung läuft auf Hochtouren.

Bei dem Gerichtstermin am Donnerstag ging es um zahlreiche Diebstähle. Dem Angeklagten werden versuchte Aufbrüche von Fahrkartenautomaten sowie Einbrüche in Geschäftsräume und in eine Wohnung zur Last gelegt. Er soll außerdem ein Auto aufgebrochen und Krafträder geklaut haben. Der Angeklagte ist nach Angaben des Gerichts wegen Körperverletzung und Vermögensdelikten vorbestraft. Das Justizministeriums von Nordrhein-Westfalen hatte am Samstag bekräftigt, dass der Ausbruch auf einer „Kommunikationspanne“ beruhe. Nachdem der Gefangene durch einen Tunnel von der Dortmunder Justizvollzugsanstalt in den Zellentrakt des benachbarten Landgerichts gebracht worden war, blieb dort eine Tür unverschlossen. Durch das Aufbrechen einer Tür zu einem leeren Sitzungssaal gelangte der Mann in das Haupthaus des Landgerichts und machte sich davon.

CDU kritisiert Minister

 Die CDU-Landtagsfraktion kritisierte Landes-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) wegen des Vorfalls sowie früherer Ausbrüche in Bochum. „Wie weit ist der SPD-Justizminister eigentlich schon der Realität entrückt? Die neuerliche Entweichung bestätigt, dass Minister Kutschaty überfordert ist“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Peter Biesenbach, am Samstag. Das NRW-Justizministerium wies die Vorwürfe zurück. „Der Versuch der CDU, alles zu skandalisieren, bevor der Sachverhalt geklärt werden konnte, ist erneut nichts anderes als Politik auf Stammtisch-Niveau“, sagte ein Ministeriumssprecher. Es sei leicht, Menschen „vom Sofa aus“ zu kritisieren. Der Minister vertraue den Justizbediensteten. „Jeder Fall ist einer zuviel“, betonte der Sprecher weiter. Die Ausbrüche müssten aber auch in Relation zu der Gefangenenzahl gesehen werden. Im vergangenen Jahr waren in NRW 48 000 Straftäter inhaftiert.

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