Von Münster aus in die Weiten des Universums
Bild: Evers

Im Cockpit seines „Raumschiffes“: Dr. Björn Voss, Leiter des Planetariums, entführt die Besucher in den Weltraum. Im Hintergrund ist die Internationale Raumstation ISS vor der Erde zu sehen. Voss konzipiert die Shows in Kooperation mit anderen großen Planetarien.

Bild: Evers

Das Planetarium wird im Rahmen der Schau „Faszination Weltall – Expedition ins Sternenreich“ zu einem Raumschiff, am Steuerknüppel sitzt Dr. Björn Voss, Astronom und Leiter des LWL-Planetariums in Münster. Von dort aus steigen die Zuschauer langsam auf bis zur Internationalen Raumstation in 400 Kilometern Höhe. Die Erde füllt in dieser Entfernung einen großen Teil der 20 Meter im Durchmesser großen Kuppel.

Vorbei an den Ringen des Saturn

Dann geht es weiter, vorbei an Mond und Mars zu den Ringen des Saturn. Aus der Nähe sind die unzählbaren Massen an Eisbrocken zu erkennen. „Nur aus der Ferne erscheint dieser Schwarm aus einzelnen Brocken wie ein fester Ring“, erklärt Voss.

Der 36-jährige Astronom gibt Gas, das Raumschiff wird schneller als es je möglich sein wird, mit mehreren Lichtjahren pro Sekunden steuert es auf den Rand unserer Galaxie zu. Der Blick ist erstaunlich: gähnend leerer, finsterer Weltraum. In der Ferne ist ein winziger Lichtfleck zu erkennen. Eine andere Milchstraße, die Andromeda-Galaxie.“

Das Raumschiff fliegt weiter durch ein Gewimmel von Milchstraßen. Jedes dieser spiralförmigen Gebilde besteht wie unsere Milchstraße aus Milliarden Sonnen. Voss: „Unsere Milchstraße ist nur eine von unzähligen im Kosmos.“

Winzig kleiner, blauer Punkt

Die Reise führt zurück zur Erde. Lange suchen die Passagiere nach ihrem Heimatplaneten, obwohl das Raumschiff längst wieder in unserem Sonnensystem angelangt ist. Plötzlich taucht ein winzig kleiner, blauer Punkt auf, der schnell größer wird, bis er die Kuppel ausfüllt.

Wie ein leuchtendes Juwel sieht die Erde aus dieser Perspektive aus – sattes Grün, strahlendes Weiß und dazu ein tiefes Blau vor einem tiefschwarzen Hintergrund. Vor gut vierzig Jahren sahen die Astronauten in ihrer Apollo-Raumkapsel auf dem Weg zum Mond erstmals die Erde in ihrer Gesamtheit. In ihren Beschreibungen hoben sie immer wieder hervor, wie zerbrechlich die Erde aus dieser Perspektive aussieht. Voss spricht ergänzend zu den faszinierenden Bildern: „Wie mit einem Raumschiff fliegen wir auf ihr durch den leeren Raum. Wir sind ihre Besatzung. Manchmal beschädigen wir unser Schiff ... aber Rettungsboote gibt es nicht.“

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