Corona: Zahlen schwer zu vergleichen
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Pflegeroboter „Pepper“ steht im Kassenbereich des Edeka-Marktes  in Lindlar (bei Köln) und weist Kunden darauf hin, Abstand zu halten und sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Außerdem wirbt er für Rücksichtnahme und Solidarität untereinander und rät von Hamsterkäufen ab.
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Im Kreis Warendorf sind aktuell 291 Menschen mit dem Coronavirus infiziert (Stand Sonntag, 17 Uhr). Der Kreis Gütersloh verzeichnet derzeit 362 Infektionen (Stand: Sonntag, 15 Uhr). In Münster (443 Infizierte) ist am Freitagnachmittag ein zweiter Todesfall nach Coronavirus-Infektion bestätigt worden.

Kreis Gütersloh

Bei den 362 Corona-Infizierten aus dem Kreis Gütersloh handelt es sich mit Stand von Sonntag (15 Uhr) um Personen aus Borgholzhausen (11), Gütersloh (71), Rheda-Wiedenbrück (48), Rietberg (46), Schloß Holte-Stukenbrock (23), Steinhagen (31), Halle (21) Harsewinkel (32), Herzebrock-Clarholz (20), Langenberg (10), Versmold (18) Verl (22) und Werther (9).  103 Personen gelten als genesen. Von den 258 noch erkrankten Personen befinden sich 232 in häuslicher Quarantäne und 26 in stationärer Behandlung. Am Samstag galten 270 Personen als noch infiziert. Davon befanden sich 247 in häuslicher Quarantäne, 33 in stationärer Behandlung. Der Kreis informiert einmal täglich über die Zahl der Erkrankten.

Der ganz überwiegende Teil der erkrankten Personen zeigt keine oder nur leichte grippeähnliche Symptome. Der größte Teil der Fälle sei weiterhin reisebedingt, aber es gebe mittlerweile auch erste Übertragungen im Kreis Gütersloh durch direkte familiäre oder berufliche Kontakte zu Reiserückkehrern, heißt es.

Der Kreis Gütersloh hat eine Bürger-Hotline eingerichtet. Sie ist montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 17 Uhr unter der Telefonnummer 05241 854500 erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten kann das Bürgertelefon der Kassenärztlichen Vereinigung unter Telefon 116117 angerufen werden.

Kreis Warendorf

291 Menschen im Kreis Warendorf sind mit dem Coronavirus infiziert (Stand: Sonntag, 17 Uhr). Insgesamt wurde für mehr als 500 Kontaktpersonen häusliche Quarantäne angeordnet.

Die Städte und Gemeinden im Kreis sind wie folgt betroffen: Ahlen (19), Beckum (22), Beelen (10), Drensteinfurt (28), Ennigerloh (16), Everswinkel (23), Oelde (49),  Ostbevern (4), Sassenberg (11), Sendenhorst (23), Telgte (25), Wadersloh (12) und Warendorf (49). Wie berichtet, ist im Kreis Warendorf ein Toter nach Corona-Infektion zu beklagen. Von den 291 infizierten Personen mit 25 mittlerweile wieder gesund.

Die Erkrankten befinden sich – ebenso wie die vom Gesundheitsamt ermittelten Kontaktpersonen – in häuslicher Quarantäne. Die meisten von ihnen sind Urlaubsrückkehrer beziehungsweise ihre Kontaktpersonen und zeigen zum größten Teil nur leichte Symptome.

Die hohe Anzahl der Tests in den Laboren zeigt inzwischen Auswirkungen: Derzeit ist mit einer Wartezeit auf die Testergebnisse von rund 48 Stunden zu rechnen, teilte der Kreis Warendorf mit.

Auch der Kreis Warendorf hat eine Bürger-Hotline eingerichtet. Sie ist montags bis donnerstags in der Zeit von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr unter der Telefonnummer 02581 535555 erreichbar. Außerhalb dieser Zeiten kann das Bürgertelefon der Kassenärztlichen Vereinigung unter Telefon 116117 angerufen werden.

Keine Gebühren für Kita und OGS

Eltern müssen im April infolge der Corona-Krise keine Beiträge für Kitas, Tagespflege und Offenen Ganztag an Schulen (OGS) bezahlen. Die Elternbeiträge würden für den Monat landesweit in NRW ausgesetzt, sagte Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Donnerstag. Dies sei mit den kommunalen Spitzenverbänden und Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) vereinbart worden. "Das ist eine wichtige Botschaft für alle Familien."

Bundestag beschließt beispielloses Maßnahmenpaket

Angesichts der Bedrohung durch die Corona-Pandemie haben im Bundestag am Mittwoch alle Fraktion das Maßnahmenpaket der Bundesregierung für Gesundheitsschutz und finanzielle Hilfen unterstützt. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte  in der Generaldebatte zur Lockerung der Schuldenbremse und zum historisch einmaligen Hilfspaket für Unternehmen und Bürger in der Corona-Krise: „Vor uns liegen harte Wochen. Wir können sie bewältigen, wenn wir solidarisch sind.“ Scholz dankte Ärzten, Verkäufern, Busfahrern und anderen, die trotz des Infektionsrisikos das öffentliche Leben am Laufen halten: „Sie leisten Großes in diesen Tagen.“

Die nun nötigen Ausgaben könnten Bund und Länder nicht aus dem laufenden Haushalt oder aus Rücklagen stemmen, betonte der Finanzminister. Deshalb brauche es einen Nachtragshaushalt und eine Nettokreditaufnahme von 156 Milliarden Euro. „Das ist eine gigantische Summe“ - beinahe die Hälfte eines regulären jährlichen Bundeshaushalts. „Wir können uns das leisten“, betonte Scholz.

Am Freitag hat auch der Bundesrat dem finanzpolitischen Maßnahmenpaket einstimmig zugestimmt.

NRW hat Bußgeld-Katalog erlassen

Nordrhein-Westfalen hatte zu Beginn der Woche einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die landesweiten Corona-Regeln mit Strafen bis zu 5000 Euro erlassen. Im Wiederholungsfall werden sogar bis zu 25.000 Euro fällig.

Der Erlass wurde am Montagabend an die zuständigen Behörden geschickt. Bei Zusammenkünften von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht direkt verwandt sind, werden demnach 200 Euro von jedem Beteiligten fällig. Verbotenes Picknicken kostet 250 Euro pro Teilnehmer. Wer trotz Verbots Sportveranstaltungen organisiert, zahlt 1000 Euro. Der Verzehr von Außer-Haus-Speisen näher als 50 Meter am Restaurant oder Imbiss kostet 200 Euro. Zusätzliche Bußgelder seien möglich gegen Unternehmen, die von Verstößen profitieren. Teuer werden auch Hygieneverstöße oder Verstöße gegen das Besuchsverbot in Einrichtungen wie etwa Altenheimen.

Miele meldet Kurzarbeit an

Der Hausgerätehersteller Miele meldete am Montag Kurzarbeit für alle inländischen Standorte an.  Als Grund führte das Unternehmen in einer Pressemitteilung die Corona-Krise an. Miele sei immer mehr vor das Problem gestellt, die Produktion aufgrund von Engpässen bei Zulieferteilen aufrecht erhalten zu können. Als weiteres Problem nannte das Unternehmen die angeordneten Geschäftsschließungen, durch die der Absatz in erheblichem Maß gestört sei.

Neuregelungen zur Kinderbetreuung

Seit Montag, 23. März, gelten neue Regelungen zur Betreuung von Kindern, deren Eltern in kritischer Infrastruktur tätig sind (Schlüsselpersonen).

Die Landesregierung hat entschieden, dass jede Person, die in kritischer Infrastruktur tätig ist, und eine Bescheinigung des Arbeitgebers zur Unabkömmlichkeit vorlegen kann, unabhängig von der familiären Situation einen individuellen Anspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder in Kindertagesbetreuungsangeboten hat, wenn die Betreuung nicht anderweitig verantwortungsvoll – entsprechend der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) – organisiert werden kann. Seit dem 23. März wird auch eine Wochenendbetreuung sichergestellt.

Kliniken in NRW richten Corona-Intensivstationen ein 

Angesichts des sprunghaften Anstiegs der Coronavirus-Infektionen richten viele Krankenhäuser in Westfalen unter Hochdruck Covid-19-Intensivstationen ein., darunter das Marienhospital in Arnsberg. Es hat zusätzliche Intensivplätze geschaffen und ein ambulantes Diagnostikzentrum für Corona-Tests geöffnet. Noch herrscht in Arnsberg Ruhe vor dem Sturm. „Aber ich rechne damit, dass das schlagartig kommt“, sagte Axer. Schon in den nächsten Tagen könnten „sehr schnell behandlungsbedürftige Patienten“ kommen.

Öffentliche Einrichtungen bleiben geschlossen

In den Kreisen Gütersloh und Warendorf wie auch andernorts haben zahlreiche Kommunen öffentliche Einrichtungen wie Stadtbüchereien, Hallenbäder, Jugendzentren, Sportstätten und Museen geschlossen. Die Kommunen bitten darum, die kommunalen Anlaufstellen telefonisch zu kontaktieren.

Aufgrund der aktuellen Sachlage hat sich der Kreis Warendorf entschieden, sämtliche Kultureinrichtungen im Kreis Warendorf bis einschließlich 19. April 2020 zu schließen. Das Wohlergehen und der Schutz der Museumsbesucher steht für den Kreis Warendorf an oberster Stelle.  Aus diesem Grund ist das Museum Abtei Liesborn bis auf weiteres geschlossen, alle in dem Zeitraum geplanten Veranstaltungen finden nicht statt. 

Verzicht auf Taufen und Trauungen

In den Kirchengemeinden finden bis auf Weiteres keine Gottesdienste mehr statt. Das Bistum Münster hat seine Kirchengemeinden darüber hinaus am Donnerstag (19. März) angewiesen, auf Taufen und Trauungen auch im kleinsten Familienkreis zu verzichten. Bis zum 19. April 2020 müssten alle Termine abgesagt werden, heißt es in einer Stellungnahme von Donnerstag. Durch die verschärften Maßnahmen solle die Verbreitung des Coronavirus eingedämmt werden.

Generalvikar Klaus Winterkamp bezieht sich bei der Entscheidung auf Rücksprachen mit den Gesundheitsbehörden.

Ostwestfalen-Lippe und Münsterland

In Bielefeld wurden 146 Coronafälle registriert (Stand Sonntag, 12 Uhr). Davon sind 24 Personen inzwischen wieder genesen.

In Münster sind 443 Personen erkrankt (Stand Samstag, 17 Uhr), 101 davon sind inzwischen wieder gesundet. Aufgrund eines technischen Fehlers konnten für die Stadt am Sonntag keine aktuellen Zahlen übermittelt werden. Im gesamten Regierungsbezirk Münster gibt es 2297 Corona-Fälle (Stand Sonntag, 17 Uhr). Gesundet sind 387 Personen. Zehn Erkrankte sind bislang verstorben.

Nordrhein-Westfalen

Newsblog Corona Virus

Die Schulen in NRW werden durch das Vorziehen des Beginns der Osterferien bis zum 19. April 2020 geschlossen. In den weiterführenden Schulen wird für die aktuellen Abschlussjahrgänge sichergestellt, dass geplante nötige Prüfungen abgelegt werden können.

Der Start des Sommersemesters an den Hochschulen in NRW wird vorerst bis zum 19. April, dem Ende der Osterferien, verschoben. Ursprünglich sollte das Sommersemester an den Fachhochschulen am 23. März und an den Universitäten am 6. April beginnen.

Auch die Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen sind seit dem 16. März wegen der Ausbreitung des Coronavirus geschlossen. Für Kinder von Ärzten und Pflegepersonal sind in jeder Stadt und jedem Kreis aber Betreuungsmöglichkeiten geschaffen worden. Eltern stehen laut Land in der Pflicht, ihre Kinder zu betreuen.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche sind nur in dringenden Ausnahmefällen möglich. 

der Plattform www.land.nrw/corona  bündelt die Landesregierung die wichtigsten Informationen zu den ergriffenen Schutzmaßnahmen und den Verhaltensregeln im Umgang mit der Virus-Krise. Zudem ist ein Bürgertelefon unter der Nummer 0211/9119-1001 erreichbar.

Zentrale Abstrichstelle in Beckum eingerichtet

In Beckum ist am Standort der ehemaligen Regenbogenschule eine zentrale Abstrichstelle eingerichtet worden. Täglich in der Zeit von 9 bis 13 Uhr werden in einem Container Untersuchungen auf Corona-Infektionen vorgenommen. Allerdings werden dort nur Menschen behandelt, die nach Rücksprache mit ihren Hausärzten dorthin gelotst werden. Dabei handelt es sich um Personen, die sich zuvor in Risikobereichen aufgehalten haben, die Kontakt mit Infizierten hatten und eindeutig Symptome aufweisen. Gleichzeitig werden ab Samstag Vorbereitungen des Kreises laufen, die Regenbogenschule zu einer zentralen Quarantäneeinrichtung umzugestalten. Dort sollen Menschen untergebracht werden, die sich zu Hause ohne Hilfe nicht selbst versorgen können. 

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