„Waffen-Narr“ besaß ganzes Arsenal
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Der schwer bewaffnete Mann, der sich am Mittwoch in  Siegen mehrere Stunden lang in seiner Wohnung verschanzt hatte, sind am Donnerstag mehrere Waffen gefunden worden.
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Insgesamt waren es drei Sturmgewehre, ein Maschinengewehr, eine Maschinenpistole, fünf Pistolen, zwei Revolver, eine scharfe Handgranate sowie mehrere tausend Schuss Munition, wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten. „Alle Waffen waren durchgeladen", sagte Staatsanwalt Patrick Baron von Grotthuss in Siegen. In einer Vernehmung habe sich der Mann selbst als „Waffen-Narr" bezeichnet.

Am Mittwoch hatten zwei Polizisten den Mann an seiner Arbeitsstelle vorläufig festnehmen wollen - wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Plötzlich bedrohte der 28-Jährige die Beamten mit einer Pistole, gab einen Schuss ab und floh mit deren Dienstwaffen zu seiner Wohnung. Dort wurde er erneut gestellt, als er mit weiteren Waffen die Flucht fortsetzen wollte. Er gab eine Salve aus einer Kalaschnikow ab und verschanzte sich in dem Mehrfamilienhaus.

„Aufgeben oder raus gehen und tot sein"

Das Wohngebiet wurde weiträumig abgeriegelt. Die Polizei hatte den ganzen Tag über Kontakt zu dem Mann. Am frühen Abend ließ er sich widerstandslos festnehmen. „Er hat sich offenbar den ganzen Tag überlegt, wie er sich verhalten soll: Sich festnehmen oder sich erschießen lassen", sagte von Grotthuss. Er habe von zwei Alternativen gesprochen: „Aufgeben oder raus gehen und tot sein."

Woher die Waffen stammen, sei noch unklar. Auch was der Mann mit dem Waffenarsenal anfangen wollte, müsse noch geklärt werden. „Er hat zwar zugegeben, dass es seine Waffen sind und dass er damit geschossen hat", sagte von Grotthuss.  Sämtliche Waffen seien illegal gewesen. Der Mann habe keinerlei Erlaubnis zum Besitz von Waffen gehabt. Weil der 28-Jährige zur Herkunft der Waffen schweigt, hofft von Grotthuss auf die weiteren Ermittlungen.

„Die Waffen werden gründlich untersucht. Vielleicht finden sich dabei ja Hinweise auf die Herkunft oder DNA-Spuren, die uns weiterhelfen." Bisher sei der bei einer Autoverwertung als Teile-Verkäufer tätige Mann polizeilich kaum aufgefallen. 2007 sei bei einer Kontrolle ein Schlagring bei ihm gefunden worden. Außerdem sei er einmal wegen Nötigung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Auf den Mann aufmerksam geworden sei die Polizei im Zusammenhang mit einem anderen Ermittlungsverfahren wegen illegalen Waffenbesitzes. Am Dienstag war bei einem anderen Verdächtigen in Hilchenbach Munition gefunden worden, die von dem 28-Jährigen stammen soll.

Wohl ohne Tötungsabsicht geschossen

Die Staatsanwaltschaft wollte noch am Donnerstag einen Haftbefehl unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffen-Kontrollgesetz beantragen. Am Mittwoch war man zunächst davon ausgegangen, dass dem Mann auch versuchte Tötung zur Last gelegt werden muss, weil er bei der missglückten Festnahme in Richtung der Beamten geschossen haben soll. „Das hat sich so zunächst nicht bestätigt", sagte von Grotthuss. Der Mann habe wohl keine Tötungsabsicht gehabt.

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