Waffenteile aus der Eisenzeit entdeckt
Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/Hermann Menne
Ein einzigartiger Waffenhort aus der Eisenzeit ist in den vergangenen drei Jahren auf dem Wilzenberg bei Schmallenberg entdeckt worden. Jetzt hat ihn der Landschaftsverband Westfalen-Lippe der Öffentlichkeit präsentiert.
Foto: LWL-Archäologie für Westfalen/Hermann Menne

Auf dem Wilzenberg - einem Ausflugs- und Pilgerziel im Sauerland - hatten Experten schon vor einigen Jahren einen einzigartigen Waffenhort aus der Eisenzeit entdeckt. Der neuerliche Fund von rund 40 Objekten beleuchte „kultische Handlungen eisenzeitlicher Krieger nach einer gewonnenen militärischen Auseinandersetzung“.

Größter Fund dieser Art in NRW

„Der Waffenhortfund ist der größte in NRW und verknüpft zudem das Sauerland mit komplexen Vorgängen im eisenzeitlichen Europa“, ordnete LWL-Archäologe Prof. Dr. Michael Baales, Leiter der Außenstelle Olpe, den Fund ein.

Sein Kollege, LWL-Archäologe Dr. Manuel Zeiler, hält es für denkbar, dass Sieger nach einem Kampf die erbeuteten Waffen oder Pferdegeschirre auf die „Wallburg“ auf den Wilzenberg brachten und bewusst als Zeichen des Triumphes beschädigten. Die Spitzen von Speeren und Lanzen, Bruchstücke von Schildbuckeln, Pferdegeschirrteile oder auch Werkzeug-Funde deuteten darauf hin. 

Menschen suchten Wallburg zu besonderen Anlässen auf

In der Eisenzeit etwa zwischen 300 vor Christus und Christi Geburt besuchten die Menschen die „Wallburg“ laut den LWL-Forschern zu besonderen Anlässen. Am Berg sind noch sichtbare Wälle erhalten - nach Einschätzung von Fachleuten Ruinen der Befestigung.

Bereits 1950 wurden am Wilzenberg zufällig zwei Speer- und Lanzenspitzen, die in zwei Schwerter eingewickelt waren, ausgegraben. Nicht nur die Schwerter waren verbogen, auch die Spitzen waren absichtlich deformiert worden.

Die zuletzt ausgegrabenen rund 40 Spitzen von Speeren und Lanzen, Bruchstücke von Schildbuckeln und Pferdegeschirrteile sowie Werkzeuge ergänzen nun das Bild. Besonders in den letzten Jahrhunderten v. Chr. wurden im Raum zwischen Frankreich im Westen und der Slowakei im Osten immer wieder derartige Waffendepots angelegt. Nun kann der Hortfund vom Wilzenberg im Sauerland möglicherweise Forschungslücken schließen.

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