Waldbauern und die Holzvermarktung
Mehr private Waldbesitzer sollen ihr Holz selbst vermarkten, um den Wettbewerb zu fördern. Das forderten Kartellwächter auf dem Waldbauerntag in Werl.

 400 Waldbauern waren am Mittwoch in der Stadthalle in Werl (Kreis Soest) zusammengekommen, um sich über Zukunftsperspektiven der Waldbewirtschaftung in NRW zu informieren. „Die Bude ist voll“, freute sich der Vorsitzende des Waldbauernverbands NRW, Dr. Philipp Freiherr Heereman (Hörstel). „So werden wir von der Politik wahrgenommen.“

 In Baden-Württemberg haben die Kartellwächter Wettbewerbsverstöße auf dem Holzmarkt ausgemacht. Der dortige Landesbetrieb Forst bündelt den Holzverkauf aus dem eigenen Wald mit großen Teilen des privaten und kommunalen Forstes und erreicht so einen Marktanteil von 60 Prozent. Gegen diese marktbeherrschende Stellung, mit der sich Holzpreise für die Sägewerke bestimmen ließen, müsse sie angehen, sagte Dr. Martina Schulze vom Bundeskartellamt.

Nordrhein-Westfalen ist nicht Baden-Württemberg, aber: Auch der Landesbetrieb Wald und Holz NRW bündelt den Holzverkauf aus 119 000 Hektar Landeswald und 344 923 Hektar Privatwald. Der daraus resultierende Marktanteil von 51 Prozent sei kartellrechtlich mit Baden-Württemberg vergleichbar, sagte Schulze.

Mit eigenen Ideen kann NRW einem Kartellverfahren entgehen. „Mehr private Waldbauern müssen die Chance bekommen, ihren Wald selbst zu bewirtschaften und ihr Holz selbst zu vermarkten“, erläuterte Schulze. Ein Pilotprojekt im Sauerland habe bereits bewiesen, dass private Waldbauern es ebenso gut machen könnten wie der Landesbetrieb.

Der Landesbetrieb, der in NRW auch private Waldbesitzer betreut, hat sich nach Darstellung von Landesforstminister Johannes Remmel (Grüne) bewährt. Für die Kartellwächter gebe es in Sachen Holzvermarktung in NRW nichts zu tun. Um aber gar nicht erst in den Verdacht von Wettbewerbsverzerrung zu kommen, würden die Betreuungsleistungen des Landesbetriebs für die Waldbauern 2015 deutlich teurer, kündigte Remmel in Werl an.

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