Warnstreiks behindern Flugverkehr 
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Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag zu Warnstreiks an zahlreichen deutschen Flughäfen aufgerufen.
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Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte von Gepäckabfertigung, Bodenverkehrsdiensten, Technik, Sicherheit und Verwaltung zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Am Flughafen Münster-Osnabrück ist am Morgen gleich der erste Flug nach Frankfurt ausgefallen, auch die zweite Verbindung in die Bankenmetropole am Vormittag wurde gestrichen. Annulliert wurde zudem ein Flug nach München. Fluggäste werden gebeten, sich über die aktuelle Entwicklung auf der Homepage des Flughafens zu informieren.

Anders am Flughafen Paderborn-Lippstadt. „Paderborn-Lippstadt ist vorerst nicht betroffen. Bisher sind keine Flugplanänderungen seitens der Airlines oder aus den Reihen der Reiseveranstalter gemeldet. Je nach Zeitpunkt und Dauer des Streiks werden lediglich Umleitungen von anderen Flughäfen nach Paderborn-Lippstadt erwartet“, heißt es seitens der Betreibergesellschaft.

Am Dortmund Airport ist der Streik schon wieder beendet. Dort legten die Angestellten von 4 bis 6 Uhr morgens ihre Arbeit nieder. 1000 Passagiere waren durch Flugausfälle oder Verspätungen betroffen. Störungen im Flugverkehr werden noch den ganzen Vormittag andauern, sagte Flughafensprecher Marc Schulte.

Am größten Flughafen in NRW, in Düsseldorf, traten die Beschäftigten um 4 Uhr in den Ausstand. Um 8 Uhr kamen die Kollegen aus den Werkstätten und der Verwaltung dazu. Inwiefern die Warnstreiks den Flugverkehr beeinträchtigen werden, war am frühen Mittwochmorgen noch nicht abzusehen. Der Düsseldorfer Flughafen-Sprecher Thomas Kötter sagte: „Mit Aufnahme des Flugbetriebs um 6 Uhr gehen wir von Einschränkungen aus. Passagieren raten wir, sich bei ihrer Fluggesellschaft zu erkundigen, ob und wann der geplante Flug startet.“ Bis zum geplanten Streikende am Mittag stehen am Düsseldorfer Flughafen rund 240 Flugbewegungen an.

Scheitern die an diesem Mittwoch beginnenden Gespräche der dritten Verhandlungsrunde in Potsdam, könnte auf Deutschland eine Streikwelle von Beschäftigten der Metallindustrie, des öffentlichen Dienstes, der Banken und der Telekom zurollen. Am Montag hatte Verdi-Chef Frank  Bsirske in Stuttgart angekündigt, dass in diesem Fall in den verschiedenen Branchen „Verabredungen getroffen werden, gemeinsam sichtbar zu werden“.

Das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 3,3 Prozent mehr Gehalt auf zwei Jahre lehnte Bsirske ab. „3,3 Prozent wären selbst für 12 Monate zu wenig, geschweige denn für 24“, sagte er. Die Gewerkschaften fordern für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens 200 Euro.

 

 

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