Wasserstoff-Tankstelle in Münster eröffnet

Die erste Wasserstoff-Tankstelle in Münster eröffneten gestern (v. l.) Wolfgang Fritsch-Albert, Vorstandsvorsitzender der Westfalen-Gruppe, NRW-Umweltminister Johannes Remmel, Thorsten Herbert, Bereichsleiter Verkehr und Infrastruktur der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, Münsters Bürgermeisterin Karin Reismann sowie Heinrich Klingenberg, Stellvertretener Vorsitzender der Clean Energy Partnership.

„Ich freue mich, dass es mit der Wasserstoff-Mobilität in NRW langsam vorangeht“, sagte Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in NRW, gestern im Hansa-Business-Park von Münster-Amelsbüren. „Mit ihr machen wir ein Fenster auf.“ Das nationale Klimaschutzziel sei schließlich gewaltig: den Ausstoß von Kohlendioxid pro Kopf und Jahr von zehn Tonnen (16 Tonnen in NRW) auf zwei bis drei Tonnen bis zum Jahre 2050 zu reduzieren. Remmel: „Unser Ziel ist es, bis 2030 emissionsfrei mobil zu sein.“

Laut der Westfalen AG, die an einer ihrer Tankstellen den alternativen Kraftstoff anbietet, kommt in wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen die Brennstoffzelle als Antriebstechnologie zum Einsatz. In ihr reagieren Wasser- und Sauerstoff. Dabei wird die Energie, die im Wasserstoff gespeichert ist, als Strom an einen Elektromotor freigegeben. Somit ist ein Brennstoffzellen-Fahrzeug auch ein Elektromobil.

„Das Besondere in Münster ist, dass hier auch Busse betankt werden können“, sagte der Minister. „Wir sollten das Thema ,Wasserstoff‘ entwicklungspolitisch offen begleiteten“, forderte Remmel. Vor allem brauche es einen „Leitentscheid“ für die emissionsfreie Mobilität. Er verwies auf die Niederlande, wo ab 2025 nur noch emissionsfreie Kraftfahrzeuge zugelassen werden. „Meine Sorge ist, dass wir nur noch das Rücklicht einer Entwicklung sehen werden.“

Das Drei-Millionen-Projekt in Münster wird mit 1,5 Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie unterstützt. Laut Thorsten Herbert von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gibt es noch nicht genug Tankstellen und serienreife Wasserstoff-Kfz. Das Innovationsprogramm habe aber dazu beigetragen, „dass wir nun am Beginn der Kommerzialisierung der Technologie im Verkehrsbereich stehen“. Eine Prüfung von Fahrzeugen verschiedener Autohersteller für die neue Technologie ist in Planung. Als nächste Tankstellen-Standorte in NRW sind Kamen, Mühlheim und Köln vorgesehen.

SOCIAL BOOKMARKS