Westfalen-Gruppe setzt auf Energie-Mix
Bild: Westfalen-Gruppe
An der ersten Wasserstoff-Tankstelle der Westfalen-Gruppe an der Autobahn 1 in Münster-Amelsbüren sollen die Bauarbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Station wird zeitgleich mit der Inbetriebnahme der ersten Brennstoffzellen-Busse der Stadtwerke Münster eröffnet.
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„Wir setzen auf den richtigen Mix aus allen Energien“, sagte Reiner Ropohl, Vertriebschef des Technologieunternehmens mit den drei Sparten Gase, Energieversorgung und Tankstellen. Der Vorstand des inhabergeführten Familienbetriebs will keinen Trend verschlafen – es geht um viel Geld für eine Branche, die ohnehin „mit Preisdruck, hartem Wettbewerb und geringem Wachstum“ zu kämpfen hat, betonte Ropohl.

Zwar fahren in Deutschland 98 von 100 Autos mit einem Verbrennungsmotor. Doch erklärtes Ziel der Politik ist es, die klimaschädlichen Treibhausgase im Straßenverkehr zu reduzieren. Daher sollen Kaufprämien für umweltfreundliche Elektroautos – bis zu 4000 Euro zahlt der Staat dafür – die Nachfrage anheizen.

Für welchen der alternativen Antriebe sich der Käufer auch entscheidet, ob Brennstoffzelle mit Wasserstofftank, reines Elektro-Auto oder für einen Plug-in-Hybriden, der die Welten von Elektro- und Verbrennungsantrieb kombiniert: „Wir müssen hierfür gerüstet sein“, sagte Vertriebschef Ropohl. Bis Ende des Jahres soll, so der Plan, die erste Wasserstoff-Station in Münster-Amelsbüren fertiggestellt sein. An der Anschlussstelle zur A1 können dann Busse und Pkw Wasserstoff tanken. In Brennstoffzellen reagiert dieser mit Sauerstoff, die dabei entstehende Energie treibt den Elektromotor an. Aus dem Auspuff kommt nichts als Wasserdampf. Fast die Hälfte der Investitionskosten in Höhe von drei Millionen Euro zahlt der Bund – „der Hauptanteil bleibt bei uns“, sagte Vorstandschef Wolfgang Fritsch-Albert.

Die Westfalen-Gruppe ist Mitglied einer Initiative, welche die Zahl der Wasserstoff-Tankstellen von derzeit 21 auf 400 im Jahr 2023 erhöhen und so die Akzeptanz dieser emissionsfreien Technologie fördern will. Groll hegt Fritsch-Albert gegen die Politik in Berlin: Die steuerliche Begünstigung von Autogas könnte ab 2018 schrittweise abgebaut werden. „Ein unhaltbarer Zustand – und schlimm, von solchen Entscheidungen abhängig zu sein“, zürnte der 69-Jährige.

Mehr zur Westfalen-Gruppe am Mittwoch in der Printausgabe der „Glocke“.

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