Westfalens Gemeinsamkeit zahlt sich aus
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Von Erfolg gekrönt ist ihre Initiative für eine stärkere Beachtung Westfalens im NRW-Landesentwicklungsplan: (v. l.) Landesplaner Dr. Christoph Epping und die Regierungspräsidenten Reinhard Klenke (Münster), Marianne Thomann-Stahl (Detmold) und Diana Ewert (Arnsberg) bei ihrer ersten Westfalen-Konferenz im März im Landeshaus Münster. Dabei wurde Westfalen als „Heart of German Mittelstand“ vorgestellt. Als „mittelstandsgeprägte Wachstumsregion“ fand der Landesteil Einzug in die Entwicklungsplanung.
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Die Gefahr, dass Westfalen gegenüber den Metropolregionen Rhein und Ruhr ins Hintertreffen gerät, scheint gebannt. Erstmals Hand in Hand und mit viel öffentlichem Getöse hatten sich die drei westfälischen Regierungsbezirke dafür stark gemacht, überhaupt Erwähnung im neuen LEP zu finden.

Tatsächlich beugte sich die Landesregierung dem Druck und folgte den Wünschen aus Westfalen. „Die Mühen haben sich gelohnt“, freut sich Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), über die Aufnahme der Regionen Münsterland, Ostwestfalen-Lippe (OWL) und Südwestfalen in den LEP. Das gemeinsame Engagement der drei Regierungsbezirke für eine Berücksichtigung ihrer Regionen im LEP habe sich ausgezahlt, lobt Löb:. „Uns in Westfalen-Lippe zeigt das: Wenn wir nicht als Solisten, sondern gemeinsam auftreten, sind wir stark!“ Der LWL-Direktor hofft auf weitere Zusammenarbeit.

Dr. Peter Paziorek, Vorsitzender des Vereins Westfalen-Initiative, begrüßt es, dass „das Land NRW unsere Region als raumbedeutsam in den LEP eingeführt hat.“ Das dürfe allerdings nur ein erster Schritt sein, sagt Paziorek. Es gelte nun, diese Einstufung mit Leben zu füllen und darauf zu achten, dass Westfalen in seiner Bedeutung für das ganze Land auch in der Praxis bei sämtlichen landespolitischen Programmen und Aktivitäten seine gebotene Würdigung erhält.

Weniger begeistert hat der münsterländische CDU-Bezirksvorsitzende Karl-Josef Laumann den neuen LEP kommentiert. Auch wenn das Land den Gemeinden größere Spielräume bei der Ausweisung neuer Siedlungsflächen einräumen wolle als zunächst vorgesehen, werde dies in vielen Münsterlandkommunen nicht ausreichen, meint Laumann: „Wenn eine kleine Gemeinde 20 Prozent über den vom Land aus demographischer Entwicklung, Ersatzbedarf und Fluktuation berechneten Grundbedarf hinaus ausweisen darf, sind das letztlich nur ein paar Wohneinheiten mehr.“ Das reiche nicht für alle Menschen, „die wegen des hervorragenden Arbeitsmarktes und des guten Wohnumfeldes ins Münsterland ziehen wollen“, meint Laumann. Vor diesem Hintergrund sei die nachträgliche Benennung Westfalens als Wachstumsregion als so halbherzig zu bewerten wie sie wohl auch tatsächlich gemeint sei.

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