Westfalens Landwirte machen grün
Bild: Gog

„Wir machen grün – nicht nur zu Weihnachten“. Das Motto der neuen Kampagne hat der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) am Rande einer Konferenz des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld vorgestellt. Die Kernaussage buchstäblich in die Hände nahmen dabei die Spitzenvertreter des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes OWL (v. l.) Hermann Seeker (Stellvertretender Vorsitzender), Hubertus Beringmeier (Vorsitzender), Dr. Herbert Quakernack (Geschäftsführer) und WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier.

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„Für die grüne Kulturlandschaft der Region sind die Bauern zuständig“, sagte Wilhelm Brüggemeier, Vizepräsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) – und das eben nicht nur im Advent, wenn die Waldbauern die grünen Tannenbäume aus den Forsten holten. „Grün macht auch Mut“, empfahl Brüggemeier das bäuerliche Motto anderen Berufen.

Mut zum Weitermachen brauchen Ferkelerzeuger, Schweinehalter und Milchbauern. Vor dem Hintergrund des russischen Einfuhrembargos erhalten sie „keine auskömmlichen Preise“ für ihre Produkte, sagte Hubertus Beringmeier, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes OWL: „Die Stimmung auf den Höfen ist miserabel.“

Mut benötigen die Bauernfamilien nach Darstellung Beringmeiers aber auch, um dem immer stärker werdenden gesellschaftlichen und politischen Druck etwas entgegensetzen zu können. Die öffentlichen Anfeindungen und die mangelnde Wertschätzung ihrer Arbeit träfen die Landwirte inzwischen oft schwerer als die Preiskrisen, sagte der Bauernfunktionär.

Grün ist auch die Hoffnung. Der WLV fordert, dass der nordrhein-westfälische Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) den Entwurf für sein Landesnaturschutzgesetz noch einmal gründlich überarbeitet. Die Bauern lehnen die darin angedachte Ausweitung des Vorkaufsrechts für Naturschutzorganisationen ab. Aus der Vergangenheit gebe es genügend Beispiele, dass auf Flächen in der Hand des organisierten Naturschutzes keine besseren Ergebnisse für Artenschutz und -vielfalt erzielt worden seien als durch die bisherigen bäuerlichen Bewirtschaftungsmaßnahmen, sagte Brüggemeier.

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