Wildschwein wird zur Landplage
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Wildschweine und Waschbären haben sich im vergangenen Jahr in NRW stark vermehrt, sie sind deshalb auch entsprechend intensiv bejagt worden.
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 Demnach wurden im vergangenen Jagdjahr 39.000 Wildschweine erlegt, dies sind nach zuvor bereits steigender Tendenz 4.500 mehr als in der Bilanz 2015/2016. Das Ministerium hält deshalb eine verstärkte Reduzierung der Bestände für notwendig. Teils dramatische Rückgänge weist die Statistik hingegen für Wildkaninchen, Feldhasen und Fasane aus.

Beim Waschbären ist eine weitere Zunahme und ein Spitzenwert zu verzeichnen: Die Zahl der durch Jäger erlegten Tiere liegt für das Berichtsjahr bei 12.803, das entspricht gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 27 Prozent. Etwa jeder fünfte Waschbär ist mit einer Falle gefangen worden. Zu den Schwerpunkten zählten die Bereiche Warendorf, Soester Börde und Ostwestfalen-Lippe.

28 Prozent sterben natürlichen Todes

Die zahlenmäßig stärkste Gesamtstrecke (von Ringeltauben abgesehen) weist die Statistik für Rehe aus. Mit 95.500 Tieren entspricht die Zahl den Höchstwerten aus den vergangenen Jahren. Der Anteil des Fallwildes beträgt fast 28 Prozent. Unter Fallwild versteht man Tiere, die eines natürlichen Todes gestorben sind (etwa Krankheit oder Altersschwäche), sowie Tiere, die durch nicht-jagdliche Einwirkung des Menschen den Tod fanden, zum Beispiel bei Wildunfällen im Straßenverkehr.

Die Gesamtstrecke bei Füchsen liegt bei 54.971, was einer geringen Zunahme (plus drei Prozent) gegenüber der vorangegangenen Saison entspricht. Beim Steinmarder meldet das Ministerium bei einer Gesamtstrecke von 6.931 Stück eine Zunahme von 15 Prozent. 39 Prozent der erlegten Marder wurden gefangen. Besonders stark im Münsterland vertreten sind der Iltis (Gesamtstrecke NRW 3.220 Tiere) und der Hermelin (999, davon 57 Prozent im Münsterland).

Gänse-Population nimmt zu

Bei Gänsen wurde in der Jagdsaison 2016/2017 erneut eine Gesamtzunahme der Strecke um 12,5 Prozent registriert. Die Gänsearten im Einzelnen: Graugans 11.725 Stück (plus 16 Prozent), Kanadagans 6.530 Stück (plus 15 Prozent) und Nilgans 9.360 (plus 6 Prozent).

Mit 66.229 Stück gab es bei den Stockenten eine leichte Zunahme (plus acht Prozent). Hinweise auf größere Ausfälle durch Krankheiten wie Geflügelpest (Vogelgrippe) und daraus folgendem Bejagungsverzicht gab es für das Berichtsjahr nicht, teilt das NRW-Ministerium weiter mit.

Dramatischer Rückgang

Der nordrhein-westfälische Jagdverband mit seinen 93.000 Mitgliedern registriert in den Revieren bei einigen Arten starke Populationsrückgänge. Das spiegelt sich auch in der Jagdbilanz wider. Dramatisch ist die Situation nach Angaben des zuständigen NRW-Ministeriums etwa beim Feldhasen. Die Gesamtstrecke 2016/2017 betrug 47.000 Stück, das entspricht einem Rückgang um 13 Prozent zum Vorjahr und den neunten Rückgang in Folge. Nicht viel besser sieht es bei den Wildkaninchen (64 323 Stück). Auch bei den Fasanen ist die Gesamtstrecke (35.000 Stück) noch einmal um sechs Prozent zurückgegangen. Gemessen an dem Höchststand des Jagdjahres 1971/1972 (438.000) entspricht das einem Anteil von gerade noch acht Prozent, berichtet das Ministerium.

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