Windkraft: NRW will Ausbau bremsen
Sind oft Grund für juristische Streitigkeiten: Windkraftanlagen.

Nach dem Willen der schwarz-gelben Landesregierung sollen nicht mehr so viele neue Windräder auf Felder und in Wälder gestellt werden. „Der bislang in NRW betriebene expansive Ausbau der Windenergie stößt bei einer wachsenden Zahl von Bürgern auf massive Vorbehalte“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP).

In diesem Jahr ist der Neubau von Windrädern bereits zurückgegangen. Von Januar bis Ende Mai wurden nach Zahlen des Landesverbands Erneuerbare Energien (LEE) in NRW 65 neue Anlagen in Betrieb genommen. Von Januar bis Juni 2017 waren es dagegen 114 Anlagen. Insgesamt dürfte in diesem Jahr nur halb so viel Windkraft-Leistung neu ans Netz gehen wie im Vorjahr, erwartet der LEE.

Immer häufiger Gerichtsverfahren 

Zudem werde gegen eine immer größere Zahl von bereits genehmigten Windenergieanlagen geklagt. Dadurch werde der Bau zumindest verzögert. In Einzelfällen würden Bauvorhaben aber auch ganz aufgegeben.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Bild: dpa

Naturschützer und Windkraft-Investoren treffen sich in NRW immer häufiger vor Gericht. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat eine Reihe von Windprojekten zumindest vorläufig gestoppt. Im Februar hob das Verwaltungsgericht Arnsberg die Genehmigung für Errichtung und Betrieb des Windparks „Himmelreich“ mit elf Windrädern in Marsberg (Hochsauerlandkreis) mit der Begründung vorläufig auf, geschützte Vogelarten wie Rotmilan und Wiesenweihe seien durch die Rotorblätter bedroht.

„Klagen von Nabu sind unverhältnismäßig“

„Katastrophal, was hier läuft“, schimpft Michael Flocke, der Geschäftsführer des Windparks. Seit 1996 entwickelt der Landwirtschaftsmeister Windkraftanlagen, viele davon auf dem Paderborner Hochplateau, dem Zentrum der Windenergie in NRW. Die Nabu-Klagen hätten inzwischen jede Verhältnismäßigkeit verloren, sagt Flocke.

Der Nabu weist solche Vorwürfe zurück. „Wir klagen nur bei klaren Verstößen gegen Naturschutzvorschriften“, sagt Sprecherin Birgit Königs. Neun laufende Klageverfahren gegen Windräder listet der Nabu auf. Solche Konflikte hat Pinkwart im Blick, wenn er von wachsender Kritik an der Windkraft spricht. Das sei auch in dem gerade beendeten Beteiligungsverfahren zur Änderung des Landesentwicklungsplans deutlich geworden.

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