Windkraftgegner: Nerven liegen blank
Bild: Kutzendörfer
„Monstrum“ nennen einige das Windrad, das nahe der Wallburg Haskenau in Münster-Gelmer gebaut wird. Am kommenden Donnerstag wird die Klage von Anwohnern vor dem Verwaltungsgericht Münster verhandelt.
Bild: Kutzendörfer

Am 7. März ist sie Thema vor Gericht: Anwohner klagen gegen ihre Baugenehmigung. Spaziergänger im Gebiet an der Wallburg Haskenau bleiben stehen, blicken am weißen Turm hoch. Die 4,2-Megawatt-Windenergieanlage hat eine Gesamthöhe von 230 Metern und wird, falls sie stehenbleibt, Münsters höchstes Bauwerk sein. Sie hat eine Nabenhöhe von 159 Metern, der Rotordurchmesser soll bei 141 Metern liegen.

Gegner: Lärmwerte sind zu hoch

Im Sommer 2017 hatte das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit in Münster Bau und Betrieb der Anlage am Zusammenfluss von Ems und Werse genehmigt. Es dauerte nicht lange und es hatte sich eine Bürgerinitiative gegen das Projekt gebildet.

Aus den Reihen von „Gegenwind Gelmer-Haskenau“ stammen auch die beiden Anwohner, die vor dem Verwaltungsgericht Münster gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung der Anlage „Enercon E-141“ klagen: Bei Erteilung der Genehmigung seien Beeinträchtigungen durch Infraschallwirkungen sowie weitere genehmigte Windenergieanlagen nicht ausreichend berücksichtigt worden. Auch seien die angesetzten Lärmwerte für die Anwohner zu hoch und führten zu Gesundheitsbeeinträchtigungen.

Politiker, Bürgerinitiative und Umweltamt geben sich wortkarg

Die Nerven in Sachen „Windrad Haskenau“ scheinen blankzuliegen. Ein Teil Gelmers sei tatsächlich auf den Barrikaden, bestätigt Jörn Möltgen (Die Grünen). „Einige, die dort wohnen, stören sich dran“, sagt das Mitglied des Stadtrats und der Bezirksvertretung Ost, in der es letztens hoch her gegangen sei, wie Möltgen berichtet. „Es war heftig. Die Anlage ist seit zwei Jahren genehmigt, aber jetzt wird wieder alles hochgefahren.“

Die CDU habe einen Fragenkatalog für die Stadt unter anderem zum Genehmigungsverfahren zusammengetragen - „auf sehr populistische Art und Weise“, wie er findet. Der angesprochene CDU-Fraktionschef in der BV Ost, Stefan Gottkehaskamp, möchte sich nicht äußern. Auch „Gegenwind Gelmer-Haskenau“ gibt sich kurz vor der Verhandlung wortkarg. Aus dem Umweltamt heißt es: „Wir können leider nichts sagen.“

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