Wirtschaft durchläuft einen Lernprozess
Foto: Pawelzik
Der Warendorfer Landrat Dr. Olaf Gericke (v.l., CDU), NRW-Wirtschaftsminister Dr. Andreas Pinkwart (FDP) und der Landrat des Kreises Gütersloh, Dr. Sven-Georg Adenauer (CDU), haben am Freitag über die Auswirkungen der Corona-Krise auf die heimische Wirtschaft gesprochen.
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„Die Glocke“: Herr Pinkwart, Sie haben mehrere Unternehmen in der Region besucht. Welchen Eindruck haben Sie über die aktuelle Situation gewonnen?

Pinkwart: Wir sehen hier ein sehr differenziertes Bild. Einige Branchen sind weiterhin stark berührt von Corona, das Hotel- und Gaststättengewerbe beispielsweise. Andere Firmen sind wieder im guten Lauf, auch die exportorientierte Industrie wie der Maschinenbau. Wir sehen hier zum Teil auch schon wieder sehr gute Entwicklungen. Das stimmt uns hoffnungsvoll für die Gesamtentwicklung der Region. Wir müssen aber sehen, dass wir für alle Firmen die Rahmenbedingungen so verbessern, dass die einen sich weiter dynamisch weiterentwickeln können und die anderen schneller aus dem Tal herausfinden.

„Die Glocke“: Haben die Unternehmer Ihnen etwas mit auf den Weg gegeben?

Pinkwart: Sie haben uns bekräftigt in dem Weg, den wir bisher eingeschlagen haben - etwa durch unsere vielfältigen finanziellen Unterstützungsangebote für betroffene Unternehmen. Sie honorieren auch, dass wir sie weiter von unnötiger Bürokratie entlasten und ihnen steuerlich den Atem lassen wollen, den sie benötigen, um wieder ertragreich werden zu können. Sie wünschen sich aber auch, dass wir nicht nachlassen bei dem, was sich durch Corona an positiver Veränderung ergeben hat. Stichwort: Digitalisierung. Die wollen und müssen wir vorantreiben.

„Die Glocke“: Gibt es noch andere Chancen, die sich aus der Krise ergeben können?

Pinkwart: Ich denke, dass wir durch Corona und unseren Umgang damit einen enormen Lernprozess durchlaufen. Wir müssen uns noch einmal bewusst machen, wie wichtig Wertschöpfungsketten sind. Wir müssen die Rahmenbedingungen so setzen, dass die Industrie weiterhin beste Entwicklungsbedingungen erhält. Ohne Industrie werden wir auch nicht Handwerk, Handel und Dienstleistungen in der bisherigen Exzellenz weiterentwickeln können.

„Die Glocke“: Es wird erwartet, dass im Herbst viele Unternehmen in die Insolvenz gehen müssen. Ist dies noch zu vermeiden?

Pinkwart: Wir unternehmen alles, damit die Unternehmen wieder ins Geschäft kommen. Das ist das Entscheidende. Wir sollten aber auch nicht panisch Angst haben vor Insolvenzen, die schließlich auch eine Chance zur Sanierung sein können. Wir müssen uns auf das ein oder andere einrichten. Aber wir können die Folgen abfedern, indem wir die Wirtschaft wieder schnell in Schwung bringen.

(Das gesamte Interview lesen Sie Inder Samstagsausgabe der „Glocke“) 

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