Wolf im Hochsauerland gesichtet
Dieser Wolf wurde am vergangenen Samstag bei Brilon im Hochsauerland von einer Frau gesichtet.

Aus dem Bild gehe hervor, dass es wahrscheinlich ein durchziehender Wolf gewesen sei. Herkunft und Geschlecht des Tieres könnten anhand des Fotos aber nicht bestimmt werden. Die Frau beobachtete das Tier südöstlich von Brilon zwischen Hoppecke und Bontkirchen.

Ende Februar waren bereits zwei Wölfe in Westfalen gesichtet worden. Ob es einen Zusammenhang mit dem dritten Wolf gibt, kann das Landesumweltamt nicht sagen.

Nordrhein-Westfalen gilt bislang noch nicht wieder als Wolfsland. Experten rechnen aber damit, dass junge Wölfe aus Rudeln in Niedersachsen auf Wanderschaft nach NRW kommen. Die etwas ein Jahr alten Tiere suchen sich ihre eigene Reviere. Nach Angaben des Landesumweltamt hat es in den vergangenen Jahrzehnten keine dokumentierten Angriffe von gesunden freilebenden Wölfen auf Menschen in Deutschland gegeben. Der in der Biologischen Station Hochsauerland-Kreis e.V. tätige Luchs- und Wolfsberater Werner Schubert betont: „Erwachsene Wölfe sind extrem scheu. Gerade bei Jungwölfen ist aber auch mit einer gewissen Unerfahrenheit zu rechnen.“

Wenn man einem Wolf begegnet, empfiehlt das Landesumweltamt folgende Verhaltensregeln:

· Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben.

· Langsam zurückziehen, wenn man den Abstand vergrößern will.

· Man kann einen Wolf vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht. (laut

ansprechen, in die Hände klatschen).

· Bei eventuellen Sichtungen eines Wolfes, diese direkt an die zuständigen Behörden oder den zuständigen regionalen Wolfsberater melden.

Letztes Exemplar auf NRW-Gebiet 1835 erlegt

In NRW gilt der Wolf seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet. Ein genaues Aussterbejahr lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. 1835 wurde in Ascheberg-Herbern im Münsterland das letzte Mal die Erlegung eines Wolfes auf dem Gebiet des heutigen NRW dokumentiert, im Rheinland Ende des 18. Jahrhunderts bei Hilden.

Aus dem Winter 1963/1964 soll es einen Abschuss eines einzelnen Wolfes in NRW bei Bergheim gegeben haben. Über die Herkunft des Tieres ist hingegen nichts bekannt. Der erste Wolfsnachweis seither konnte 2009 bestätigt werden, als ein Wolf aus Nordhessen die Grenze Kreis Höxter die Grenze zu Nordrhein-Westfalen überquerte. Dieser Wolfsrüde hatte seit 2006 im Reinhardswald in Hessen gelebt und war im April 2011 tot aufgefunden worden.

SOCIAL BOOKMARKS