Zentrale Flüchtlingsregistrierung am FMO
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Die Arbeit in der ersten zentralen NRW-Registrierungsstelle für Flüchtlinge hat begonnen. In einer Halle am Flughafen Münster-Osnabrück nimmt Martin Fuchs (r.) die persönlichen Daten der albanischen Familie Bakari auf.
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Provisorische Kabinen reihen sich in der riesigen Halle aneinander. Nummer 3 ist mit einer Flüchtlingsfamilie aus Albanien besetzt. Unsicher schauen Vater, Mutter, Tochter und Sohn durch das Glas auf Martin Fuchs, der ihre Daten in den Computer eingeben will. „Es gibt Probleme mit der Technik“, sagt er. Vor der Halle neben dem Hauptterminal des Flughafens, die sonst für eine Autozubehörmesse genutzt wird, stehen mehrere Busse. In dem riesigen Raum warten zwei Dutzend Menschen geduldig in einer Reihe, einige sitzen in den Kabinen, um sich registrieren zu lassen. Neben sich Koffer und Unmengen an Plastiktüten.

1000 Flüchtlinge sollen hier vor Ort bald täglich erfasst werden. „Die Erstaufnahmestellen in NRW kommen mit dem Registrieren nicht hinterher“, erläutert Münsters Vize-Regierungspräsidentin Dorothee Feller. Dortmund, Bielefeld und Köln müssten entlastet werden. Die mobilen Teams, die dort aktiv seien, reichten nicht mehr aus. 50 Mitarbeiter sollen am FMO die Flüchtlinge registrieren, dann sollen diese wieder in ihre Notunterkünfte zurückgebracht werden. „Zurzeit haben wir Leute aus der Zeltstadt in Selm-Bork da“, berichtet Christian Stuhldreier von der Bezirksregierung Arnsberg. „150 Personen. Wer noch kommt und woher – das wissen wir nicht.“

Schwierigkeiten mit Software, Strom und Schulungen

Mit Hochdruck sei die Halle hergerichtet worden, heißt es. Die Verhältnisse vor Ort – vor allem die Technik – soll sich jetzt bewähren, damit die Menschen zügig erfasst werden. Einen Tag zuvor habe es einen Probelauf mit 300 Flüchtlingen gegeben, danach sei die Software noch angepasst worden. Zudem sorgte ein Stromausfall für Probleme. Auch die Mitarbeiter, Angestellte einer Zeitarbeitsfirma, müssen teilweise noch geschult werden. „Es gibt in NRW eine Zulaufzahl von 17.000 Flüchtlingen pro Woche“, sagt Reiner Dewulf von der Bezirksregierung Münster. „Und in den nächsten Wochen müssen wir mit Ähnlichem rechnen.“ Das Registrieren sei der Schlüssel zum System – danach beginne das Asylverfahren. Halle und Gelände am FMO sind vom Land NRW angemietet. Gerd Stöwer, Geschäftsführer des FMO, sagt: „Wir sind froh und stolz, dem Land helfen zu können.“

Nach der Registrierung werden Flüchtlinge verteilt

Kommen die Flüchtlinge in der zentralen Registrierungseinrichtung Flughafen Münster-Osnabrück in Greven an, werden sie erst einmal verpflegt. Falls das vorher noch nicht geschehen ist, müssen sie Vordrucke für ihre Registrierung ausfüllen. Es werden persönliche Daten aufgenommen und auch familiäre Bindungen zu anderen Flüchtlingen in Deutschland notiert. Nach der Registrierung geht es für die Menschen erst einmal zurück in die Unterkunft, aus der sie hergebracht wurden. Später werden sie weiter verteilt. Übernachtet wird am FMO nicht.

Insgesamt sollen mit drei zentralen Einrichtungen Flüchtlinge schneller erfasst und die Erstaufnahmen in Dortmund, Bielefeld und Köln entlastet werden. Neben Greven sollen in Herford und im Rheinland - wahrscheinlich Bonn - zwei weitere zentrale Registrierungsstellen entstehen. Die Erfassung der Menschen soll auch helfen, neu ankommende Flüchtlinge gerecht auf die Bundesländer zu verteilen, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Münster. Der Bund berücksichtige bei der Verteilung nämlich nur die Zahl der registrierten Flüchtlinge, nicht aber die tatsächlich im Bundesland untergebrachten Migranten.

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