Zerborstenes Windrad bedroht Tiere
In Borchen bei Paderborn sind die Rotorblätter eines Windrads zerborsten. Laut einem Gutachten sind die herabgefallenen Splitter eine Gefahr für Wild- und Weidetiere.

Beim Aufbau der Windkraftanlage in Borchen waren Anfang März aus ungeklärten Gründen zwei Rotorblätter zersplittert. Hunderte scharfkantige Splitter verteilten sich bis zu 800 Meter weit auf Weiden und Ackerflächen und drangen zentimetertief in den Boden ein. Der Gutachter empfiehlt deshalb, den ersten Grasschnitt sowie die Getreideernte und Stroh zu entsorgen und danach die Flächen noch einmal zu begehen. Auch sollten aus seiner Sicht weitere Experten „der in diesem Bereich tätigen Vertreter der Landwirtschaftskammer NRW“ hinzugezogen werden, um das Gefährdungspotenzial für die Tiergesundheit abschließend abklären zu können.

Bruchstücke über große Fläche verteilt

„Die über große Flächen verteilten Bruchstücke stellen keine unmittelbare Gefahr für Menschen dar“, heißt es in dem seitens des Kreises Paderborn angeforderten Gutachten des vereidigten Sachverständigen. Eine Gefährdung für Pflanzen schließt der Gutachter ebenfalls aus, weil die aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzten Splitter sich nicht im Boden zersetzen.

Die Windradflügel bestehen aus Glasfaserverbundwerkstoffen und Verstärkungsmaterialien. Die größeren Bruchstücke konnten, zum Teil auch per Hand, aufgesammelt werden. Probleme hingegen bereiten die scharfkantigen Splitter, die zum Teil 3 bis 4 cm tief in den Boden eingedrungen sind. Der Kreis Paderborn hatte deshalb den Bauherrn der Windkraftanlage und Inhaber der Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz per Ordnungsverfügung aufgefordert, gutachterlich abzuklären zu lassen, ob von diesen Kleinstteilen, insbesondere aus Glasfaser, Gefahr für den Boden ausgeht. Der Betreiber hatte zudem die Auflage, dass der Gutachter öffentlich bestellt und vereidigt sein und seine Expertise die Gebiete Wasserwirtschaft, Bodenschutz und Landwirtschaft abdecken müsse.

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